Das ehemalige Restaurant und Kino "Tivoli". Dritter Teil


Vom Großkino zum Selfmade Store

Das Tempelhofer "Tivoli"

Teil 3. Vom Großkino zum Selfmade Store

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Dritter Teil. Inhalt und Kapitelübersicht

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Aufstockung8

8 | Aufstockung des rechten Anbaus 1937

1937 beantragte Alexander Hoffmann die Aufstockung des an der Grundstücksgrenze in der Friedrich-Karl-Straße gelegenen Ladens im rechten Saalanbau um ein Wohngeschoß, wodurch gleichzeitig ein Höhen-Pendant zum Gebäude des Kinoeingangs geschaffen werden sollte. Verantwortlich für die Planung zeichnete das "Baugeschäft Wilhelm Schmidt". 


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Die Wohnung existierte noch bis zum denkmalgerechten Umbau des Komplexes im Jahre 2004 und ist heute Teil des dem Selfmade- Store benachbarten Kindergartens.

 

Der Auflage indes, auf Grund der inzwischen bestehenden Vorschriften einen Luftschutzkeller im Gebäude nachträglich einzubauen, konnte Alexander Hoffmann nicht mehr nachkommen. Hoffmann, geb. am 22.6.1861 in Berlin, verstarb nach längerer Krankheit am 31. Oktober 1938. Neue Eigentümerin wird nun seine Witwe, Frau Christine Hoffmann, die den Auflagen zum Bau des Luftschutzkellers schließlich nachkommt.

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Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Planzeichnung der Aufstockung des rechten Saalanbaus.

34 | Genehmigte Bauzeichnung vom 15.6.1937. Querschnitts- und Grundrisszeichnung des rechten, um ein Wohngeschoss aufgestockten ehemaligen Saalanbaus. Damit sollte zugleich auch eine Angleichung der Fassade in der Höhe mit dem Kinoeingang durchgeführt werden. 


Nachkrieg9

9 | Die Zeit nach dem Krieg bis zur Schließung des Kinos

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Fassadenfront des Kinos.

35 | Der linke, nun zum Eingangsbereich des Kinos umgestaltete Anbau des ehem. Saalbaus. Angesichts der hier beworbenen Filme muss die Aufnahme bei Wiedereröffnung des Kinos 1949 entstanden sein.  

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Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bleibt das Kino zunächst geschlossen. Eine Wiedereröffnung konnte erst nach der Beseitigung von Kriegsschäden und dem Ende der Luftbrücke 1949 erfolgen. 1950 wird das Kino an Antonie Juhnke übergeben, deren Geschäfte Anne Gabrunas führte. Neben Filmen werden auf der weiter vorhandenen Bühne auch Theater- und Varieté - Vorführungen den Zuschauern präsentiert.

 

Ab 1957 konnten im Kino sogar CinemaScope – Breitbildfilme gezeigt werden. Doch auch diese technische Neuerung brachte keine grundsätzliche Trendwende, viele Kinos hatten bereits auf Grund der zunehmenden Popularität des Fernsehens sowie des durch den Mauerbau ab 1961 schlagartig ausbleibenden "Ost-Publikums" erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten - das Kinosterben begann.

 

1965 werden als Eigentümer des Gebäudekomplexes neben Frau Christine Hoffmann auch deren Tochter Hildegard Rickenstorf erwähnt. Ein Jahr später werden die Freiflächen des ehem. Biergartens hinter dem Saalgebäude zu Kfz-Parkplätzen umgewandelt. 

 

1968 kam, wie für so viele Kinos, auch das Ende des Tivolis. Wie so oft wurden die Räumlichkeiten durch eine Lebensmittel - Filialkette übernommen, in diesem Fall durch die Fa. Weisner, die u. a. bereits Discount-Filialen in den ehemaligen Bismarck - Lichtspielen in Lichtenrade (ab 1962), in der Albrechtstraße 119 in Steglitz, in der Dahlemer Onkel-Tom-Straße 21 und am Mariendorfer Damm 96 unterhielt. Der Fa. Weisner folgte 1982 die Otto Reichelt GmbH, die ihrerseits einige Umbauten vornehmen ließ.

 

Ein Ende also, das auch das Aus für den alten, im Grunde bereits nachhaltig veränderten Saalbau hätte bedeuten könnten, zumal 1992 ein schwerer Brand die Reste der einstigen Originalausstattung weitgehend vernichtete. Doch es sollte anders kommen...

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Kinokarte des Tivoli von 1942.

Sanierung10

10 | Abbruch für eine denkmalgerechte Sanierung

Seit 1968 diente der alte Saalbau durchgehend als Supermarktstandort - mit wechselnden Modegeschäften, Briefmarkenläden, Gaststätten, Imbissen etc. in den Flügelbauten. Die ursprünglich gelbe Farbgebung verblasste zu einem undefinierbaren Grau und nur noch bei genauem Hinschauen fielen die hohen, längst zugemauerten Rundbogenfenster und die Zierelemente im oberen Bereich auf.

 

Eines Tages stand das Gebäude leer, der Supermarkt und die übrigen Geschäfte waren ausgezogen und es schienen meine Befürchtungen angesichts der beginnenden Abbrucharbeiten wahr zu werden, das der Komplex durch einen Neubau ersetzt werden würde. Ich zog meine Kamera - sozusagen in einer letzten Geste des Abschiednehmens.

 

Doch stattdessen wird von 2002 – 2003 dank verdienstvoller Eigentümer das mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Gebäude in einem dem Ursprungszustand angenäherten Weise saniert. Ein Teil der Vorbauten an der Friedrich-Karl-Straße werden abgebrochen, die abgehangene Decke im Saalbau entfernt. Zudem erhält das Ensemble nun seinen leuchtend gelben Farbanstrich wieder und die zugemauerten Fenster im oberen Teil werden erneuert. In dem einstigen Kinosaal, welcher auf halber Höhe eine umlaufende Galerie erhielt, zog nun ein Sportstudio ein. 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Restaurierung des Gebäudes.

36 | Der nachträglich eingefügte Mittelteil zwischen den beiden alten Anbauten wird abgebrochen. Im Saalbau selbst werden Decken und Wände für eine Restaurierung freigelegt und die durch den Supermarkt eingebaute Zwischendecke entfernt. Ebenfalls freigelegt wurden die zugemauerten Rundbogenfenster des Saalgebäudes.  

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Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Restaurierungsarbeiten und Abbruch von Nebenbauten.

37 | Abbrucharbeiten für die Restaurierung. Der ehem. Kinoeingang ist hier noch nahezu unverändert erhalten. 

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Die Abbruchgenehmigung für die denkmalgerecht abzureißenden Gebäudeteile des Tivolis.

38 | Die Abbruchgenehmigung für die denkmalgerecht abzureißenden Gebäudeteile vom 21. März 2002. Ausführung: Dipl. Ingenieur Bernd Maerker.


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Blick in das ehem. Sportstudio.

39 | Blick in das ehem. Sportstudio, das unmittelbar nach der Sanierung einzog. Quelle: ADO Immobilien Management GmbH.

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Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Blick von der Galerie des ehem. Sportstudios.

40 | Blick von der Galerie des ehem. Sportstudios. Quelle: ADO Immobilien Management GmbH. 


Ladenbetriebe11

11 | Ladenbetriebe im ehem. Tivoli

Waren in der Anfangszeit die Anzahl der Ladengeschäfte auf Grund der großflächigen Nutzung des Gebäudeensembles durch eine Gaststätte bzw. durch den anschließenden Kinobetrieb noch eher überschaubar, so änderte sich dies mit der Überbauung des ehem. Vorgartens an der Friedrich-Wilhelm-Straße mit den 2002 abgerissenen Vorbauten und der Bereitstellung weiterer Flächen im Eckgebäude für den Einzelhandel.

 

Die nachfolgende Darstellung der Geschäftsbetriebe kann und will keine vollständige Auflistung aller im Gebäude jemals vertretener Firmen sein, zumal die historischen Unterlagen oft lückenhaft sind, sondern soll sich auf einige bemerkenswerte Betriebe beschränken. 

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Der Tempelhofer Damm um 1900.

41 | Die Berliner Straße (heute Tempelhofer Damm) um 1911. Links ist mit spitzen Türmchen das Stall- und Abortgebäude (siehe Abbildung 15) zu sehen. Es folgt das Eckhaus zur Friedrich-Karl-Straße. 


Ein jüdisches Schicksal: Die Butter Nordstern GmbH und die Unternehmerfamilie Gusowski.


Die Familie Gusowski betrieb mindestens seit 1900 ein Buttergeschäft in Berlin.1914 wurde die Lebensmittelkette  "Butter Nordstern" von Samuels Sohn Isidor Gusowski gegründet, deren Filialen bald zum festen Stadtbild nicht nur Berlins gehörten. Der Hauptsitz des Unternehmens befand sich an der Magazinstraße 17 in Berlin. Als Kollektiv-Prokuristen sind im Berliner Handelsregister von 1930 Isidor's Geschwister Martha Gusowski (1879-1966, in zweiter Ehe verheiratete Cohn) und Else Gusowski (1892-1980) sowie Marta Hoernigk, über deren etwaige verwandtschaftlicher Beziehung zu Isidor Gusowski jedoch nichts näheres bekannt ist, eingetragen

 

1924 verlässt Isidor Gusowski Berlin und zieht, vermutlich aus geschäftlichen Gründen, nach London. 1927 erwirbt Isidor Gusowski zusammen mit Roelaf van Groenebergh die "Eduard Goldacker Nachf. GmbH" (Egona), eine stadtbekannte Lebensmittel- und Bäckereikette mit 120 Filialen. Im Juli 1930 wird eine Nordstern-Filiale im Eckhaus am Tempelhofer Damm eröffnet. 1935 jedoch werden die "Nordstern"-Lebensmittelmärkte der jüdischen Eigentümerfamilie Gusowski liquidiert. Die bereits der Familie de Gruyter (Unilever) gehörende Otto Reichelt GmbH übernimmt die Filialen von "Butter-Nordstern" noch im selben Jahr. Im Eckhaus am Tempelhofer Damm zieht nun das Sanitätshaus M. Pech in die Räumlichkeiten von Butter Nordstern ein.

Butter-Nordstern Berlin. Entwurfszeichnung der ehemaligen Filiale Berliner Straße (Tempelhofer Damm).

42 | Genehmigungszeichnung für die im Juli 1930 neu im Eckhaus am Tempelhofer Damm eingerichtete "Butter-Nordstern" - Filiale und der an der Fassade anzubringenden Werbung.

Eigenmarke von Butter-Nordstern Berlin.

44 | Butter-Nordstern verfügte auch über eine Reihe von Eigenmarken, wie dem "Reiter-Likör Husaren-Feuer".

Die Familie Gusowski war zum Zeitpunkt der Liquidation von "Butter Nordstern" bereits längst aus Deutschland ausgewandert, Isidor Gusowski stirbt 1950 in Haifa/Israel. 1949 wird auch die Egona von der Otto Reichelt GmbH übernommen. 

Isidor Gusowski Bs Bauantrag für die Filiale von Butter-Nordstern am Tempelhofer Damm.

43 | Der zur Genehmigungszeichnung zugehörige Antrag auf Anbringung von Werbung an der Fassade. 

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Heute erinnert nichts mehr an die Familie Gusowski und den Filialen von "Butter Nordstern".  Lediglich für Charlotte Neumann (geb. Nagel), Tochter von Martha Gusowski aus erster Ehe mit Hirschel Nagel, setzte man einen "Stolperstein" vor ihrem Wohnhaus in der Motzener Straße 52. 

Handels-Register Berlin. Eintrag für Isidor Gusowski und der Lebensmittel-Kette "Butter-Nordstern".

45 | Berliner Handelsregister 1930. Eintrag für Isidor Gusowski und der aus Familienangehörigen bestehenden Kollektiv-Prokuristen.


Zwei Lebensmittel - Discounter: Die Fa. Weisner und die Otto Reichelt KG


Nach dem Ende des Kinobetriebs 1968 zog in den Saalbau der nur in den südlichen West-Berliner Bezirken Tempelhof und Zehlendorf vertretene Lebensmittel - Discounter "Weisner" ein, der u. a. Filialen in den ehem. Bismarck-Lichtspielen in Lichtenrade sowie am Tempelhofer Damm 218 unterhielt. Die Filiale Tempelhofer Damm 218 wurde zu Gunsten der neuen Filiale im Saalbau aufgegeben, der Saalbau u. a. durch den Einzug einer Zwischendecke umfassend umgebaut. Anfang der 1980er gab Weisner den Geschäftsbetrieb auf.

 

In den Bauunterlagen finden sich für 1982 Dokumente der Otto Reichelt KG, die den Saalbau einschließlich der Fassade erneut umbauen ließen. Das ab 1995 zur EDEKA gehörende Unternehmen blieb bis zur denkmalgerechten Sanierung Mieter im Saalbau. 

Weisner Lebensmittel-Discounter

46 | Zeitungsannonce der in den südlichen West-Berliner Bezirken, insbesondere in Tempelhof vertretenen Weisner-Lebensmittelmärkte.  

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Fassadenriss der Lebensmittelkette Otto Reichelt.

47 | Fassadenriss des für die Otto Reichelt KG umzubauenden Saalgebäudes. Der ehem. Kino- und jetzige Supermarkteingang erhielt nun Beschriftung und Firmensignet der Otto Reichelt KG.  

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Planzeichnung der Stellflächenplanung der Otto Reichelt KG.

48 | Grundriss mit Stellflächenplanung der Fa. Reichelt KG. 

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Das Blumengeschäft "Die Grüne Ecke"


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Fassade des Blumenladens "Die Grüne Ecke".

49 | Noch immer ist anhand der gerundeten Ecken und der alten Ladentür ein Stück der wechselhaften Geschichte dieses Ladenteils an der Friedrich-Karl-Straße ablesbar, welcher heute zum Floristikgeschäft "Die Grüne Ecke" gehört. Auf Bild 27 ist erkennbar, dass hier zunächst das Sanitätshaus M. Pech eine Filiale unterhielt. Dieser folgte hier ein Blumenladen, dann wieder das Sanitätshaus. Aus der Zeit des Sanitätshause M. Pech wurden vom aktuellen Floristikbetrieb die grüne Farbgebung und die oberen runden Leuchtkästen übernommen. 

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße.  Firmenlogo des Blumenladens "Die Grüne Ecke".
Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Blick in den Blumenladen "Die Grüne Ecke".

50 | "Die Grüne Ecke" präsentiert sich voller überraschender Anregungen - für den oder die Liebste(n), für Geburtstage - oder für das eigene gemütliche Zuhause.

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Dekoration des Blumenladens "Die Grüne Ecke.

51 | Selbstgefertigte geschmackvolle Gestecke werden ebenso im Laden präsentiert, wie aufwendige Blumengebinde. 

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Bereits seit 1970er Jahren war ein Blumengeschäft (Blumen-Wolf) im Eckgebäude an der Friedrich-Karl-Straße kurz vor dem ehemaligen Kinoeingang lt. Bauunterlagen ansässig. Das hier seit 1935 bestehende Sanitätshaus M. Pech hatte zur selben Zeit ein Nachbargeschäft im Gebäudeteil am Tempelhofer Damm übernehmen können, sodass die Räume an der Friedrich-Karl-Straße an das Blumengeschäft abgegeben werden konnten. Doch offenbar bestand dieser Blumenladen nur wenige Jahre, so das das Sanitätshaus M. Pech die Fläche bald darauf wieder zu seinem bereits recht großen Eckgeschäft hinzunahm.

 

1999 ging das bekannte Sanitätshaus in Konkurs. Die nun frei werdenden Gewerberäume wurden von Diana Sonntag angemietet, die damals mit dem Berliner Radrennfahrer und Steher - Weltmeister Carsten Podlesch verheiratet war. Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen fand die Eröffnung des Floristik- Fachgeschäftes Die Grüne Ecke im Jahre 2000 statt. 2008 übernahm die Schwester der Inhaberin, Frau Corina Krause, den Blumenladen, den Sie seither mit ihrem Team erfolgreich weiterführt. Frau Sonntag zog es hingegen wieder zurück nach Forst (Lausitz) in die heimatliche Baumschule ihrer Eltern. Sie betreibt heute im Stadtzentrum von Forst den Pavillon Genuss & Kunst. 


Selfmade12

12 | Selfmade Näh- und Creative-Store

Mit dem Auszug des nur Mitgliedern vorbehaltenen Sportstudios und dem Umzug von „Stoff & Stil“ von der Landsberger Allee in das ehem. Tivoli ist der geschichtsträchtige einstige Saalanbau heute wieder für jedermann erlebbar. Die Stoff & Stil Filiale trägt seit dem Umzug und der Wiedereröffnung in Tempelhof am 30. Januar 2020 nun den Namen „Selfmade -  Creative Store". Sie ist damit der erste Store des Dänischen Unternehmens, welcher auch in der Namensgebung einer internationalisierten Konzeption folgt.

 

Hinter „Selfmade“ stehen die Kinder Rikke, Michael und Alexander des Gründerehepaars Peter und Marianne Lerche. Das Ehepaar hatte sich zu Beginn der 1980er Jahre  in Herning / Dänemark zunächst auf den Aufkauf von Stoffresten der örtlichen Textilindustrie spezialisiert, die sie im eigenen Geschäft „Peters Resthal“ weiterverkauften.

 

Im Zuge der Expansion in Skandinavien und bald auch nach Hamburg wurden auch eigene Stoffe nach selbst entworfenen Design hergestellt und in den Filialen von „Stoff & Stil“, wie sich das Familienunternehmen nun nannte, vertrieben. Mittlerweile besitzt das dänische Unternehmen 30 Filialen in Europa, davon 8 in Deutschland.  

Blick in den Zentralbereich des heutigen Stores.

52 | Blick in den Zentralbereich des Stores, dem ehem. Kinosaal. Die für den Supermarkt eingezogene Zwischendecke wurde bis auf die seitlichen Galerieflächen entfernt. Dadurch ist die Höhe des Raumes wieder erlebbar. 

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Nähzubehör - vom Reissverschluß bis zur Nähmaschinennadel.

53 | Unter der Galerie findet man alles, was man zum Nähen oder Stricken braucht - egal, ob Reißverschlüsse, Stricknadeln oder passende Borten. 

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Stoffe, Zubehör und Nähmaschinen– ich fühlte mich beim Vorschlag meiner Partnerin, das neue Geschäft in Tempelhof zu besuchen, doch sehr an jene längst vergangenen Tage erinnert, in denen ich meine ersten kaufmännischen Erfahrungen sammeln durfte. Meine Partnerin begleitete ich daher gern und die Überraschung war groß, dass der neue Laden ausgerechnet in jenem Gebäude untergebracht war, dessen beginnende Restaurierung ich einst vor Jahren, noch in Sorge um einen Abbruch, fotografieren konnte. Und um Fotos ging es mir auch jetzt. Gern führte mich auf meine Bitte hin die Geschäftsführerin durch ihren Shop, der mich auf Grund der ungewöhnlichen Architektur und der Großzügigkeit der gesamten Dimensionierung beeindruckte.

 

Im "Selfmade Näh- und Creative Store" schien es auf 1400 qm wirklich alles zu geben, was man zum Nähen benötigt – Nähmaschinen inklusive. Aber auch Möbelbezugsstoffe, Wolle, Schnittmuster und DIY - Kurse sind im Angebot. Und wer bei soviel Auswahl eine Pause braucht - im Selfmade gibt es auch ein kleines Café. Meine Partnerin hat nun endlich für sich und ihr Hobby einen neuen Traumort gefunden. Klar das der "Selfmade-Store" nun ganz oben auf der Liste unserer auch künftigen Ziele in Tempelhof steht.  


Wolle, wohin man sieht.

54 | Darf es Wolle sein? In jeder erdenklichen Farbe und Qualität vorrätig...

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Eine große Auswahl an Möbelstoffen.

55 | Möbelstoffe für diejenigen, die Möbel gern selbst beziehen. Und wer sich auskennt der weiß, wie schwer diese selbst in einer Stadt wie Berlin zu finden sind...


Blick in Richtung Ausgang und zum Kassenbereich (links). Und wer Stoffe braucht, wird rechts fündig...

56 | Blick in Richtung Ausgang und zum Kassenbereich (links). Und wer Stoffe braucht, wird rechts fündig...

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Ein Blick in Richtung des Aufgangs zur Galerie - und auf die zur Auswahl stehenden Stoffe.

57 | Ein Blick in Richtung des Aufgangs zur Galerie - und auf die zur Auswahl stehenden Stoffe.


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store. Café.

58 | Das kleine Café des Selfmade - Stores im ehem. Eingangsbereich des Kinos. Die schmalen Fenster reichen bis zum Boden - einst die Höhe, zu der vier Stufen von der Straße aus hinauf in den Vorraum des Kinos führten. 

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Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store. Eingangsbereich.

59 | Es ist angesichts der riesigen Auswahl für jeden Hobbynäher wirklich schwer, durch diese Türen wieder den Weg nach draußen zu finden - aber wir werden wiederkommen, ganz gewiss.