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Zeit für Berlin... und der Architektur im Abbruch

Berlin ist eine Stadt im Wandel. Bauwerke, an denen wir jahrzehntelang vorbeigegangen oder gefahren sind, verschwinden urplötzlich. Abgebrochen in nur wenigen Tagen. Dass sie eine interessante Geschichte zu erzählen gehabt hätten, erfahren wir meist erst posthum. Doch dann ist es zu spät...

Bild links: mit den zum Abbruch bestimmten Häusern der Kurfürstendamm - Theater verbindet sich mit der Berliner Secession unter Max Liebermann und den Theater - Architekten Oskar Kaufmann, der das Haus 1921 umbaute,  sowohl ein Stück bedeutender Kunst- als auch Architekturgeschichte. 



Zeit für Berlin... und dem Laden an der Ecke

Viele kennen noch den kleinen Laden in ihrer Straße, in der sie aufgewachsen sind und den längst die Zeit mit sich nahm. Oder das ehedem bekannte Geschäft, über das auch schon einmal die Zeitung geschrieben hatte - und irgendwann verschwand. Doch dann ist es zu spät, um noch schnell ein paar Fragen nach der Geschichte des Ladens zu stellen oder gar Fotos zu machen für jene, die nach uns kommen und uns einmal fragen werden, was denn so besonderes war an jenem Geschäft, von dem wir aus unseren Erinnerungen erzählen. Und Bilder der Medien, sofern es sie gibt, sind längst nicht die eigenen, die eine ganz andere, ausführlichere Geschichte erzählen...

Bild rechts: Musik - Bading, seit der Kaiserzeit in der heutigen Karl-Marx-Straße Ecke Thomasstraße ansässig. Einst Fachhandel für Grammophone mit (noch erhaltenen) Vorführräumen im Keller, dann für Fernseher und Schallplatten - und heute für Musikinstrumente, Noten und Zubehör.  



Zeit für Berlin... und dem kleinen Kino in der Straße

Vielen ist noch das Kino ein paar Querstraßen weiter in Erinnerung geblieben, in dem sie vielleicht einst ihr erstes Rendezvous hatten, und dass trotz Film - CDs, Blue-rays, Fernsehen oder Internet-Streaming die Zeiten überdauerte. Doch plötzlich findet man hier, statt nicht mehr ganz so neuer Hollywood - Filme nur noch allseits bekannte Textilketten oder Supermärkte. Bald kann sich niemand mehr erinnern, dass es je jenes heimelige Lichtspieltheater, in dem wir einst unsere erste große Liebe schüchtern geküsst hatten, überhaupt einmal gegeben hätte.

Bild links: Das Moviemento am Kottbusser Damm im Kreuzberg. Deutschlands ältestes noch in Betrieb befindliche Kino. Bis in die 1970er Jahre war der große, später in drei kleine Kinosäle aufgeteilte Saal noch durch die Leinwand geteilt. Hinter der Leinwand sahen die Zuschauer auf verbilligten Plätzen den hier für sie seitenverkehrten Film korrigiert durch einen Spiegel.



Zeit für Berlin... und all den liebenswerten Dingen in unseren Straßen 

Für all die Läden, Kinos und so manchem, seit langem vertrauten Haus sollte man sich Zeit nehmen, ehe es zu spät ist. Für all jenes, das es zu entdecken gibt, ehe es - vielleicht - eines Tages unwiederbringlich verschwunden ist.  Zeit für Berlin - aber vor allem auch Zeit für uns: für unsere Erinnerungen, Erfahrungen. Für das Gestern oder vielleicht auch für das Heute, das es morgen so nicht mehr gibt...

Bild rechts: Der Schneider der Stars. Im Mai 2016 schloss Günter Adam sein Atelier, in dem er schon für Jack White, Harald Junke, Wolfgang Völz, Meret Becker oder Klaus Löwitsch Anzüge gearbeitet hatte, für immer sein Atelier in der Meinekestraße am Kurfürstendamm. 



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Lutz Röhrig Projekt Wittig