Bruno Taut und das Neue Bauen

Übersicht


Das Bauhaus wird 100 - doch das sog. "Neue Bauen" begann in Deutschland erheblich früher. 1911 errichtete Walter Gropius - später Direktor des Bauhauses - bereits das "Fagus" - Werk in Ahlfeld, eines der ersten Werke der sog. Moderne in Deutschland. Doch das "Neue Bauen" wurde nicht nur von später dem Bauhaus angehörenden Architekten geprägt - im Gegenteil. So gehörte Bruno Taut (4. Mai 1880 - 24. Dezember 1938), einer der herausragendsten Vertreter des "Neuen Bauens", nie dem Bauhaus an, beeinflusste dieses aber in Theorie und Praxis nachhaltig. Er errichte bereits 1913 die "Gartenstadt Falkenberg" (Tuschkastensiedlung), bei der er erstmals Farbe als eigenständigen Ausdruck der Architektur begriff und eine Farbkonzeption anwandte, wie sie später auch vom Bauhaus praktiziert wurde. 

 

Bruno Taut als führender Vertreter des "Neuen Bauens", ist ein Architekt mit vielen Facetten, dessen Wirken - obgleich scheinbar hinreichend bekannt - noch heute viele neue, bislang unbekannte Aspekte und Fragestellung aufwirft. In vier Beiträgen, ursprünglich entstanden aus Anlass seines 80. Todestags 2018, versuche ich darzustellen, welche Themen noch heute die Forschung bewegen und wie meine ganz persönliche Beziehung zu Bruno Taut und zu seinem bislang nur wenig dokumentierten Frühwerk ist.