Der Umsteiger. Teil 2


Vom Lokal zum Kiezprojekt

Standortkarte Restaurantgebäude "Zum Umsteiger"
Bezirkskarte Tempelhof-Schöneberg

Der Umsteiger

Geschichte eines Gaststättengebäudes
Teil 2

Zweiter Teil. Inhalt und Kapitelübersicht
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KlitscherUndAfdring6

6 | Das Architekturbüro Klitscher & Afdring

Für die Planung des Gebäudes und den damit verbundenen statischen Berechnungen sowie der Anfertigung von Bauzeichnungen für den weiteren Genehmigungsprozess war das „Atelier für Architektur und Bauausführungen, Klitscher & Afdring“ beauftragt worden, das zu diesem Zeitpunkt in der Friedenauer Hauffstraße 5-6 ansässig war (1910 zog das Büro dann nach Steglitz in die Schönhauser Straße 26). Die Architektursozietät von Hermann Klitscher und Hermann Afdring, über die trotz ihrer zumindest lokalen Bedeutung wenig bekannt ist, war vor allem in Schöneberg und Steglitz aktiv.

 

Zum Vergleich seien hier beispielhaft zwei Gebäude kurz vorgestellt:  

Das Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Schmiljan- und Schmargendorfer Straße 32 in Friedenau (1903-04, heute genutzt durch die Botschaft von Jamaika) sowie das Wohn- und Gewerbegebäude Handjerystraße 42-43 in Friedenau (1908).

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Werbeanzeige des Architekturbüros von Klitscher & Afdring, das damals in der Friedenauer Hauffstraße 5-6 ansässig war.

| Werbeanzeige des Architekturbüros von Klitscher & Afdring, das damals in der Friedenauer Hauffstraße 5-6 ansässig war.


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Kunstvoll vergitterte Eingangstür des Vorderhauses Schmargendorfer Straße 32. Im Ehemaligen Schlossereigebäude der Fa. Klemme befindet sich heute die Botschaft von Jamaika.

| Kunstvoll vergitterte Eingangstür des Vorderhauses Schmargendorfer Straße 32. Im Ehemaligen Schlossereigebäude der Fa. Klemme befindet sich heute die Botschaft von Jamaika.

Allen Bauten gemeinsam ist, wie meine Fotos belegen, die gegenüber dem Restaurantgebäude in der Yorckstraße trotz vergleichbarer Entstehungszeit völlig andere Architekturauffassung, die eher dem Jugendstil oder der Reformarchitektur zuzurechnen ist. 

 

Dies verstärkt die Vermutung, das erst auf Wunsch der Bahn für das geplante Restaurantgebäude eine dem benachbarten Bahnhof Yorckstraße entsprechende Architektur gewählt worden war.

 

Heute fehlt dieser Bezug, da der Bahnhof Yorckstraße in seiner Fassade erheblich verändert und der alte, zum Zeitpunkt des Baus des Restaurationsgebäudes bereits geplante Zollpackhof am Kreuzberger "Eingang" zu den Yorckbrücken 2013 für den Wohnungsbau abgerissen worden ist. Auch den alten Bahnhof Großgörschenstraße gibt es leider nicht mehr.


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Das Eckgebäude Schmiljanstraße 21 (links) und Handjerystraße 42-43 (rechts), das Klitscher & Afdring 1908 errichteten.

| Das Eckgebäude Schmiljanstraße 21 (links) und Handjerystraße 42-43 (rechts), das Klitscher & Afdring 1908 errichteten. 

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Fassadenseite an der Handjerystraße. Bereits bei Fertigstellung war im Erdgeschoss ein Lokal eingezogen. Heute nutzt ein Pflegedienst die Räume und auch den ehem. Biergarten.

| Fassadenseite an der Handjerystraße. Bereits bei Fertigstellung war im Erdgeschoss ein Lokal eingezogen. Heute nutzt ein Pflegedienst die Räume und auch den ehem. Biergarten.


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903 -1904 errichteten Klitscher & Afdring im Hof des Gebäudes Schmargendorfer Straße 32 für den Schlossermeister Heinrich Klemme ein Schlossereigebäude. Heinrich Klemme, gehörte mit seinem Betrieb zur Herstellung von Gittern und Ornamenten zu den größten

| 1903 -1904 errichteten Klitscher & Afdring im Hof des Gebäudes Schmargendorfer Straße 32 für den Schlossermeister Heinrich Klemme ein Schlossereigebäude. Heinrich Klemme, gehörte mit seinem Betrieb zur Herstellung von Gittern und Ornamenten zu den größten Unternehmen seines Faches. Am 15. Januar 1909 konnte die Kunst- und Bauschlosserei, die zu diesem Zeitpunkt 20 "Beamte" (leitende Angestellte) und 180 Arbeiter beschäftigte, ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Heute ist in dem Gebäude, das 1988–1990 durch Heinz Ostmann zu einem Bürogebäude mit Garagen umgebaut worden ist, die Botschaft von Jamaika ansässig.

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Man sieht es der kunstvollen Vergitterung des direkt vom Vorderhaus abgehenden Büroanbaues an, was das Metier von Heinrich Klemme gewesen ist.

| Man sieht es der kunstvollen Vergitterung des direkt vom Vorderhaus abgehenden Büroanbaues an, was das Metier von Heinrich Klemme gewesen ist. Vor dem Ersten Weltkrieg begann Heinrich Klemme jedoch auch mit dem Bau der damals neu aufkommenden Zentralheizungsanlagen.


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Fassadenansicht, Querschnitt und Etagengrundrisse der Restaurationsgebäudes Yorckstraße, Fa. Klitscher & Afdring.

| Fassadenansicht, Querschnitt und Etagengrundrisse des Restaurationsgebäudes Yorckstraße der Fa. Klitscher & Afdring vom April 1905. Gut zu sehen die gestaffelt hier noch hintereinander angeordneten beiden Stützwände des Bahndamms. Nur durch diese Betonmauern konnten auch auf der Rückseite des Gebäudes Fenster für das Erdgeschoss angeordnet werden. Da sich auf Höhe des Bahndamms der Hof des Gebäudes befand, musste für den Eingang in Höhe des 1. OG eine Brückenkonstruktion über den Lichtschacht errichtet werden. Anders als heute gab es neben dem Eingang zum Restaurant noch einen weiteren kleineren, der in einen durch eine Mauer vom Gastraum abgetrennten Flur führte. So konnte die alle Etagen des Gebäudes verbindende Wendeltreppe  ungestört von den Gästen betreten werden.

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7 | Beschreibung des Restaurantgebäudes

Die Lage des teils im Bahndamm errichteten Restaurationsgebäudes erforderte, wie auch schon beim Bahnhof Yorckstraße, besondere bauliche Maßnahmen. So wurde eigens eine weitere, gegenüber dem Gebäude leicht nach hinten versetzte Betonmauer errichtet, damit der so gewonnene Raum als Lichtschacht für ein rückwärtiges Fenster zum Erdgeschoss genutzt werden konnte.

 

In der Höhe der ersten Etage befand man sich auf dem Niveau der Bahnanlagen. Um auch von dort einen Zugang zum Gebäude zu ermöglichen – denn das Restaurantgebäude besaß einen auf dem Bahndamm befindlichen, rund 13 m langen Hof - errichtete man eine Art Brücke, welche den freien Raum zwischen Bahndamm und den Fenstern im Erdgeschoss überspannte. Heute gibt es diese Brückenkonstruktion nicht mehr, der freie Raum zwischen den einstigen Erdgeschossfenstern und der Tür auf Höhe des Bahndammniveaus wurde mit Brettern überdeckt, die einen Belag aus Dachpappe erhielten. 

 

Die Höhenerschließung des Gebäudes erfolgte durch eine im rückwärtigen Teil befindliche, schmiedeeiserne Wendeltreppe, die von den Innenräumen durch eine bogenförmige, dem Verlauf der Treppe angepasste Wand getrennt war. Die Treppe wurde durch an der Gebäuderückseite liegende Fenster belichtet, die heute nur noch im Ansatz zu sehen sind und keine Funktion mehr erfüllen. 


Um einen separaten, vom Gastraum unabhängigen Zugang für die Mieter – also im Wesentlichen des Eigentümers Grandjean und seiner Familie - zu ermöglichen, gab es statt des heutigen, rechts von der straßenseitigen Eingangstür befindlichen Fensters eine weitere, schmale Zugangstür, deren Breite optisch die oberhalb der ehemaligen Tür liegenden Fenster der ersten und zweiten Etage aufnahm. Heute ist diese, längst durch ein Fenster ersetzte Tür ebenso verschwunden, wie die Trennwand, welche den einst hinter der Tür beginnenden kleinen Hausflur vom Gastraum trennte. 

 

Um die Raumverhältnisse innerhalb des winzigen, nur 7 m breiten und 9 m tiefen Gebäudes optimal nutzen zu können, waren die für eine Gaststätte notwendigen Funktionsräume über die Stockwerke verteilt. Während im Keller traditionell das Bier gelagert wurde und sich im Erdgeschoß der Gastraum samt der Herrentoilette befand, musste die Küche und eine kleine Spülküche ins 1. Obergeschoss verlegt werden. Zudem befanden sich hier zwei separate Zimmer und die Damentoilette. Im zweiten Obergeschoss, das bereits in Teilen in den Dachstuhl hineinragte, befand sich die Waschküche und der Trockenboden, eine weitere Toilette und eine Dachstube. 

 

Bis zur Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 1905 wohnte Grandjean, so lässt es sich aus den Adressbüchern herauslesen, in einer Wohnung im benachbarten Bahnhofsgebäude.

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Der durch den vereidigten Landmesser Paul Lorenz 1905 erstellte Flächennachweis des Gebäudes des "Umsteigers" in der Yorckstraße.

| Der durch den vereidigten Landmesser Paul Lorenz 1905 erstellte Flächennachweis. Zwischen dem Bahnhof und dem geplanten Restaurationsgebäude grenzte ein heute noch bestehender Hof, der jedoch nur für den Bahnhof von Bedeutung war. Der zum Restaurationsgebäude zugehörige Hof lag auf der Gebäuderückseite und erstreckte sich bis zum Lagerplatz der Fa. Holzmann & Co. Rechts vom Hof befand sich ein "Contorgebäude", das bis zur Errichtung des Café - und Fitnessgebäudes in Verlängerung der Wohnungsbauten an der Bautzener Straße noch bestand. In dem "Contorgebäude" wohnte bis zum Verkauf des Grundstücks durch die Bahn auch der Generalpächter, Herr Mühlenhaupt.


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8 | Eigentümer- und Besitzverhältnisse

Die Besitzverhältnisse blieben über die Jahrzehnte bemerkenswert konstant, was für ein hinreichendes Einkommen durch den Gastbetrieb spricht. Grandjean besaß das Gebäude bis zum Beginn der 1920er Jahre. Ihm folgte Hermann Schulz, der, vermutlich auch mit seinem Sohn Gerhard als Nachfolger, die Gastwirtschaft bis gegen Ende der 1960er Jahre betrieb. Von Gerhard Schulz, der auch die „Berliner Fibel“, einen Grundschullesebuch jener Zeit, illustrierte, soll auch das große Wandgemälde, das die Seitenwand im „Umsteiger“ bis zuletzt schmückte, stammen.

 

Der nächste Pächter in der erstaunlich kurzen Reihe der Gastwirte war Johannes Schaletzki, dessen Sohn bei der Weinspedition Albert Mann an der Yorckstraße ausgebildet wurde. Herrn Schaletzki folgte in den 1980er Jahren Frau Ursula Prondzinsk. Von ihr hat vermutlich Karl- Heinz Mühlenhaupt, von Freunden nur „Kalle“ genannt, das Restaurantgebäude übernommen. Mühlenhaupt, gelernter Dachdeckermeister und Inhaber eines Dachdeckerbetriebs mit 50 Angestellten, vergab als "Generalpächter" seinerseits Pachtverträge für das Gaststättengebäude und dem daneben liegenden kleinen Laden. Das gleichfalls von ihm gepachtete ehem. „Contorgebäude“ nutzte er hingegen für sich selbst als Wohnhaus.

 

An Mühlenhaupt hatte auch Herr Sens, letzter Betreiber des Lokals „zum Umsteiger“, seinen Pachtbeitrag zu entrichten. Die DDR-Reichsbahn, die im Bereich Yorckstraße und Bautzner Straße noch einige Güterschuppen bediente, besaß für die Bahnanlagen im damaligen West - Berlin nur eingeschränkte Eigentumsrechte für alle dem Bahnbetrieb dienenden Anlagen. 

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Schnitt durch das Restaurantgebäude vom Juni 1905.

| Schnitt durch das Restaurantgebäude vom Juni 1905. Während in der oberen Zeichnung vom April noch keine Erschließung des Gebäudes durch Treppen etc. eingezeichnet ist, sieht man hier die sich vom Kellergeschoss bis ins 2. OG erstreckende Wendeltreppe als nunmehr zur Ausführung bestimmten finalen Lösung. Offenbar wurde auch die Frage der Stützmauern gegen den Bahndamm nunmehr anders gelöst, um so eine Verlängerung der Wendeltreppe bis in den Keller zu ermöglichen.


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Das noch als "Bahnhofs-Quelle" bezeichnete Lokal im Restaurantgebäude, ca. 1930.

| Das noch als "Bahnhofs-Quelle" bezeichnete Lokal im Restaurantgebäude, ca. 1930. Interessant ist an diesem alten Foto neben dem sich noch in alter Pracht zeigenden Gebäude des S-Bahnhofs Yorckstraße auch die auf dem benachbarten Grundstück bestehenden Firmen. Hierzu gehörte die auf dem Handel mit Fliesen spezialisierte Firma "Pflüger & Co." im alten, über den bogenförmigen Zugang zu erreichenden "Contorgebäude" auf dem Bahndamm sowie die Fa. "Paul Pflüger" die neben dem Aufgang ihr Konfitürengeschäft betrieb. Näheres über beide Unternehmen siehe nachfolgendes Kapitel. 

Die Eigentumsrechte für die übrigen, nicht unmittelbar dem Bahnbetrieb dienenden Anlagen wie etwa Lagerflächen, Kleingartenkolonien Gebäude und Wohnhäuser lagen ab 1953 aufgrund des besonderen Status des Westteils der Stadt bei der "Verwaltung des ehem. Reichsbahnvermögens" (VdeR) - einer eigenständigen, jedoch aufgrund des diffizilen Hoheitsrechtes (insbesondere in Abstimmungsfragen mit der nun der DDR unterstehenden Reichsbahn) mit besonderen Augenmerk der Westalliierten agierenden Verwaltung in West-Berlin. Nach der Wende übernahm diese Liegenschaften zum 1. Januar 1994 das Bundeseisenbahnvermögen (BEV). 

 

2010 wurde damit ein Verkauf aller von der Deutschen Bahn AG nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigten Flächen an der Bautzener Straße sowie der Yorckstraße möglich. Bis 2017 und seinem Ruhestand betrieb Herr Sens noch den "Umsteiger" mit Genehmigung des neuen Eigentümers (siehe Kapitel 1), der auf dem gesamten Areal zwischen Yorckstraße und Bautzener Straße Wohnungen errichtete. Die Gaststätte wurde von Herrn Sens an zwei Herren verkauft, die den Umsteiger leider nicht mit gleichem Erfolg weiterbetreiben konnten. 2018 schloss der „Umsteiger“ für immer seine Türen.  

 

Doch damit endet keineswegs die Geschichte des seit 2013 unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes. Es wird weiterhin dem Kiez und seiner Bewohner zur Verfügung stehen, auch wenn sich seine Zweckbestimmung ändert. Nach einer denkmalgerechten Instandsetzung der Wendeltreppe und der Beseitigung der Wasserschäden im Kellergeschoß ziehen hier „Die kulturellen Erben“ ein. Der 2013 gegründete multikulturelle Verein „Die kulturellen Erben“ möchte einen Beitrag dazu leisten, dass die Authentizität des Kiezes bewahrt wird - ein Anliegen, dem sich auch schon der "Umsteiger" über den reinen Kneipenbetrieb hinaus durch Autorenlesungen und sonstige Veranstaltungen verpflichtet sah. Doch zunächst muss noch mit dem Denkmalschutzamt über die sachgerechte Sanierung der historischen Wendeltreppe im Gebäude gesprochen werden. Wenn dies abgeschlossen ist, kann die Zukunft für da ehem. Restaurantgebäude des "Umsteigers" beginnen.


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Blick vom Bahnsteig auf das Empfangsgebäude des S-Bahnhofs Yorckstraße (rechts, kurz vor dem Einfahrsignal), dem benachbarten Gaststättengebäude mit seinem hohen Dach und dem ehem. "Contorgebäude".

| Blick vom Bahnsteig auf das Empfangsgebäude des S-Bahnhofs Yorckstraße (rechts, kurz vor dem Einfahrsignal), dem benachbarten Gaststättengebäude mit seinem hohen Dach und dem ehem. "Contorgebäude", das zuletzt dem Generalpächter Mühlenhaupt als Wohnhaus diente. Das im Vordergrund zu sehende, von der Brücke kommende alte Gütergleis bildete einst die Zufahrt zum bis in die 1980er Jahre hier auf dem verwilderten Teil des Grundstücks stehenden großen Güterschuppens.

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Der Abbruch aller Bauten auf dem alten Gütergelände der Dresdner Bahn hat begonnen.

| Der Abbruch aller Bauten auf dem alten Gütergelände der Dresdner Bahn hat begonnen. Während das Bahnhofs- und das Restaurantgebäude unangetastet blieben, fehlt am "Contorgebäude" bereits ein Teil der Stirnwand. Das "Contorgebäude" ist das älteste Gebäude des gesamten Ensembles gewesen.


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9 | Ein Blick ins Innere

Im Juni 2024 waren große Teile der geplanten Arbeiten zur Anpassung und Ertüchtigung des ehem. Restaurantgebäudes für eine künftige Nutzung bereits abgeschlossen. Abstimmungsbedarf mit den Denkmalbehörden gab es lediglich noch für die Wendeltreppe, die als einziges Relikt der Innenausstattung des Gebäudes die Zeiten überdauert hatte.

 

Der Projektentwickler "HamburgTeams" gestattete mir im Zusammenhang mit meiner Arbeit zur Ermittlung der Baugeschichte gern einen Blick mit der Kamera ins Innere des Gebäudes.

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Die äußere Eingangstür zur ehem. Kultkneipe "Zum Umsteiger"

| Die äußere Eingangstür zur ehem. Kultkneipe "Zum Umsteiger" war schon betriebszeitlich mit Graffiti versehen worden. Nur die wilde Plakatierung der Fenster ist eine Erscheinungsform des jahrelangen Leerstandes.


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Außer den Bodenfliesen und der einst die Bar abgrenzenden Steinmauer ist nichts mehr von  der Inneneinrichtung der Kultkneipe "Zum Umsteiger" geblieben.

| Außer den Bodenfliesen und der einst die Bar abgrenzenden Steinmauer ist nichts mehr von  der Inneneinrichtung der Kultkneipe "Zum Umsteiger" geblieben. Selbst der hölzerne Windfang wurde entfernt.

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Die in der hinteren rechten Ecke des Gebäudes durch alle Etagen verlaufende Wendeltreppe.

| Die in der hinteren rechten Ecke des Gebäudes durch alle Etagen verlaufende Wendeltreppe. Heute weitgehendst verschlossen sind die ehemals den Treppenaufgang belichtenden Fenster. Hier im Bereich des Erdgeschosses. 


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Weitere Fensteröffnung an der Wendeltreppe kurz vor der 1. Etage.

| Weitere Fensteröffnung kurz vor der 1. Etage.

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1. Etage. Blick zu den Fenstern der Yorckstraße.

| 1. Etage. Blick zu den Fenstern der Yorckstraße. Das linke, von den übrigen etwas abgesetzte Fenster lag einst in der Flucht der zweiten, heute nicht mehr existierenden Eingangstür des Erdgeschosses. 


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1. Etage. Blick zur vollständig restaurierten Brücke 5 (die ehem. Brücke der Dresdner Bahn ist die älteste im Bereich der Yorckbrücken).

| 1. Etage. Blick zur vollständig restaurierten Brücke 5 (die ehem. Brücke der Dresdner Bahn ist die älteste im Bereich der Yorckbrücken). Die Brücke ist nun Teil eines übergeordneten Radwegs, welcher über das Dach des Bio- Marktes führt.

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1. Etage. Blick aus dem Fenster. Links der U - Bahnzugang, rechts das prov. Brückenbauwerk zum S- Bahnsteig.

| 1. Etage. Blick aus dem Fenster. Links der U - Bahnzugang, rechts das prov. Brückenbauwerk zum S- Bahnsteig.


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1. Etage. Rückwärtiger Raumbereich. Die rechte Tür führt zur Wendeltreppe und von dort zur ein paar Stufen höher gelegenen Tür in der Rückfront.

| 1. Etage. Rückwärtiger Raumbereich. Die rechte Tür führt zur Wendeltreppe und von dort zur ein paar Stufen höher gelegenen Tür in der Rückfront.

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1. Etage. Tür zum ehemaligen Hof auf der Höhe des Bahndamms. Die Tür war zuletzt fest verschlossen.

| 1. Etage. Tür zum ehemaligen Hof auf der Höhe des Bahndamms. Die Tür war zuletzt fest verschlossen. 


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Das Ende der Wendeltreppe ist in Höhe des 2. OG. erreicht.

| Das Ende der Wendeltreppe ist in Höhe des 2. OG. erreicht. Gut zu erkennen das mit Metallblenden verschlossene Oberlicht, dass einst auch hier zur Belichtung der Wendeltreppe diente. Nur von Außen ist zu erkennen, dass es knapp oberhalb der Tür liegt

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Die Perspektive bringt die Gesamtsituation zwischen der Dachschräge, den Wänden und dem Schluss der Wendeltreppe zur Geltung.

| Die Perspektive bringt die Gesamtsituation zwischen der Dachschräge, den Wänden und dem Schluss der Wendeltreppe zur Geltung.


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Langsam kommt die Tür zum 2. OG in Sicht und damit das Ende der Wendeltreppe.

| Langsam kommt die Tür zum 2. OG in Sicht und damit das Ende der Wendeltreppe. Das Podest vor der Tür ist offenbar im Zuge der Renovierungsarbeiten zum größten Teil entfernt worden, wie auch am Wandabdruck erkennbar ist.

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Zugangstür zum 2. OG mit dem im Zuge der Arbeiten stark eingekürzten oberen Podest.

| Zugangstür zum 2. OG mit dem im Zuge der Arbeiten stark eingekürzten oberen Podest.


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Das Zimmer des 2. OG, dessen schmale Doppelfenster im Giebelbereich des Daches liegen. Das linke hingegen befindet sich noch knapp unterhalb der Traufkante.

| Das Zimmer des 2. OG, dessen schmale Doppelfenster im Giebelbereich des Daches liegen. Das linke hingegen befindet sich noch knapp unterhalb der Traufkante.

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Wer indes noch ein Stück höher hinauf zu gehen wünscht, der kann dies nur über den schmalen Korridor des 2. OGs tun, wo eine interessante Leiterkonstruktion zu diesem Zweck bereit steht.

| Wer indes noch ein Stück höher hinauf zu gehen wünscht, der kann dies nur über den schmalen Korridor des 2. OGs tun, wo eine interessante Leiterkonstruktion zu diesem Zweck bereit steht.


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Grundriss des EG und des 1. OG des Bahnhofsgebäudes des Bahnhofs Yorckstraße.

| Grundriss des EG und des 1. OG des Bahnhofsgebäudes. Rechts ist die lediglich 6 m breite Hoffläche und der Lagerraum für Kohlen eingezeichnet. Auch besteht vom Hof ein Zugang zum internen Treppenhaus. Der Reisende hingegen betritt von der Yorckstraße aus zunächst die Bahnhofshalle, wo er Fahrkarten kaufen oder Gepäck aufgeben kann. Zum Bahnsteig ging es nach links durch den Durchgang. Im 1. OG bestand eine Wohnung für den Bahnhofsvorsteher, deren Räume um die hohe Bahnhofshalle angeordnet waren. 

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10 | Zwischen Bahnhof und Restaurant: Der Hof

Aus Platzmangel musste, wie bereits geschildert, für den 1902 errichteten Bahnhof Yorckstraße (S2) ein Teil des Bahndamms der Dresdner Bahn abgetragen werden. Während für die rückwärtigen, dem Bahndamm zugewandten Fenster des Erdgeschosses die Anlage eines Lichtschachtes ausreichend war, entschied man sich, zur Belichtung der seitlichen Fenster des Erdgeschosses, einen rund sechs Meter breiten Hof anzulegen. Auf diese Weise konnte ein separater Treppenzugang vom Hof aus zur in der 1. Etage gelegenen Wohnung angelegt werden. Auch der Bau eines Raumes zur Lagerung von Kohlen an der dem Bahndamm zugewandten Seite des Hofes war so möglich. 

 

Um den verbliebenen Teil des Bahndamms an der Yorckstraße seitlich gegen den Hof abzusichern, entstand eine hohe Ziegelmauer. Der Einfachheit halber beließ man diese beim Bau des unmittelbar angrenzenden Restaurantgebäudes bestehen. 


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Fassade des S-Bahnhofs Yorckstraße im Hofbereich.

| Bahnhofsfassade im Hofbereich.

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Zugang zum internen Treppenhaus des Bahnhofsgebäudes. Irgendwann erhielt der Eingangsbereich ein gläsernes Vordach.

| Zugang zum internen Treppenhaus des Bahnhofsgebäudes. Irgendwann erhielt der Eingangsbereich ein gläsernes Vordach.


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Eingang vom Hof in den ehem. Kohlenlagerraum, dessen hinterer Zugang, der zu einem im Bereich des Bahndamms liegenden Nebenraum  führte, längst zugemauert ist.

| Eingang vom Hof in den ehem. Kohlenlagerraum, dessen hinterer Zugang, der zu einem im Bereich des Bahndamms liegenden Nebenraum  führte, längst zugemauert ist.

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Der Kohlenlagerraum zeigt sich im Inneren roh und unverputzt.

| Der Kohlenlagerraum zeigt sich im Inneren roh und unverputzt. 


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Blick vom Bahndamm in Richtung Hofeingang und Yorckstraße sowie zum gegenüberliegenden U-Bahnhof Yorckstraße.. R

| Blick vom Bahndamm in Richtung Hofeingang und Yorckstraße sowie zum gegenüberliegenden U-Bahnhof. Rechts des S-Bahnhofs Yorckstraße, dessen zum Hof zugewandte Fassade noch ihre alte Gestaltung aus Klinkermauerwerk und den kunstvoll vergitterten Fenstern des Erdgeschosses besitzt. Die den Hof einst auf der linken Seite gegen den Bahndamm abgrenzende Stützmauer blieb beim Bau des Restaurantgebäudes bestehen und ist heute mit schützenden Blechen versehen.

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Da das Gaststättengebäude in den Bahndamm hineingebaut worden ist, war für die Anlage von Fenstern im Erdgeschoß ein Lichtschacht notwendig.

| Da das Gaststättengebäude in den Bahndamm hineingebaut worden ist, war für die Anlage von Fenstern im Erdgeschoß ein Lichtschacht notwendig. Dieser ist heute knapp unterhalb des vergitterten Fensters des 1. OGs mit Platten abgedeckt. Auch die einst über den Lichtschacht zur Eingangstür führende Brücke gibt es heute nicht mehr.