Edition A·B·Fischer

Ein Lichtenrader Verlag

Edition A·B·Fischer

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Eine Entdeckung


 1 | Eine Entdeckung


Eine echte Entdeckung ist der Lichtenrader Verlag Edition A·B·Fischer mit Sitz in der Illigstraße. Franziska und ich lernten das sympathische Ehepaar Fischer und dessen Buchprogramm anlässlich eines Besuchs des „Salon Hermione“ im Lortzingclub kennen. Wir wurden neugierig, wollten mehr wissen und daher lud man uns einige Zeit später gern zu einem vertiefenden Gespräch über den Verlag in die Illigstraße ein. Das es sich bei Moritz Friedrich Illig (1777 – 1845) um einen bedeutenden Erfinder auf dem Gebiet der Papierherstellung handelte, welcher die Harzleimung von Papier entwickelt hatte und somit die Herstellung der für moderne Druckmaschinen benötigten Papierrollen ermöglichte, sei schmunzelnd an dieser Stelle als Randnotiz vermerkt. 

 

Bei einer Tasse Tee erfuhren Franziska und ich, wie es zur Gründung des Lichtenrader Verlags kam und welcher Aufwand bei der Gestaltung und dem Druck der einzelnen Buchreihen des Verlags aus eigenem Anspruch heraus betrieben wird. Dieser Anspruch an das eigene Verlagsprogramm ergibt sich schon aus dem Werdegang des Verleger - Ehepaars Angelika und Bernd Fischer, für die auch die Initialen A. und B. im Verlagsnamen stehen.

 

Berlin, Lichtenrade, Angelika und Bernd Fischer, Edition A. B. Fischer

| Das Verleger - Ehepaar Angelika und Bernd Fischer. Zwei sehr symphatische Gastgeber.

 


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 2 | Der Weg bis zur Verlagsgründung


Berlin, Lichtenrade, Angelika und Bernd Fischer, Edition A. B. Fischer

| Verlagsarbeit einmal aus ungewöhnlicher Perspektive. Humor vor und hinter der Kamera...

So hat Angelika Fischer, die für die künstlerisch hochwertige Schwarz - Weiß - Illustration des Verlagsprogramms zuständig ist, ihre Ausbildung zur Fotografin im Atelier des bekannten „Königlichen Hofphotographen E. Bieber“ absolviert. Bieber hatte seine Berliner Räumlichkeiten in der Albrechtstraße 2 - just an jener Stelle, an welcher sich heute der Steglitzer Kreisel erhebt, für welchen die Steglitzer Dorfaue abgerissen werden musste. Später arbeitete Angelika Fischer als Industriefotografin für Fritz Werner in Marienfelde . Denn Gebrauchsanleitungen und Werbebroschüren benötigten damals viele handentwickelte Fotos, um die Produkte beim Kunden ins rechte Licht zu setzen. Nach dem Übergang des Fritz - Werner - Werkes an Daimler - Benz arbeite Frau Fischer im „Base Fotolab“ der amerikanischen Alliierten auf dem Flughafen Tempelhof, ehe sie dann auf Grund der mangelnden Stellenangebote für Fotografen als Reisebürokauffrau tätig war.

 

Immerhin konnte sie bereits zu diesem Zeitpunkt auf einige von ihrem Mann Bernd Fischer vermittelte Aufträge hoffen, der zu diesem Zeitpunkt als Kaufmann in einer auf Kunstdrucke spezialisierten Druckerei tätig war. Bernd Fischer hatte seinen beruflichen Werdegang mit einer Ausbildung als Lithograph begonnen. Bereits früh beschäftigte er sich nebenher mit dem Erstellen eigener literarischer Texte und Gedichte. Nach der Wende war er zudem als Dozent für Druck und Herstellung an der Fachhochschule Potsdam tätig. 

 


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 3 | Die Gründung des Verlags


2003 beschloss dann das Ehepaar Fischer, seine beruflichen Erfahrungen und Kenntnisse in einen eigenen Verlag einzubringen. Programmatisch angedacht war dabei eine Buchreihe, welche anhand von noch heute bestehenden Orten den Lebensweg bekannter Persönlichkeiten nachzeichnet. „Indirekte Porträts“, bei denen der noch erhalten gebliebene Schreibtisch oder das einstige Wohnhaus viel über Philosophen, Künstler und Schriftsteller wie Anna Seghers, Brecht & Weigel oder Henry van de Felde verrät.

 

Dabei wurde entsprechend dem eigenen Anspruch und beruflichem Hintergrund Wert auf eine hochwertige Ausstattung der einzelnen Bände gelegt. Exzellente Schwarz - Weiss - Fotos, denen man die jahrzehntelange Erfahrung von Angelika Fischer ansieht und die herausragende Druckqualität der Bände Dank der Sachkenntnisse des Lithographen Bernd Fischer. Seine über viele Jahre gewonnene Erfahrung zeigen sich auch in der guten Lesbarkeit seiner literarisch gestalteten Texte.

 

So gediegen die Ausstattung der einzelnen Bände auch war und ist, zu Beginn der Verlagstätigkeit ergaben sich bei der Gewinnung von Buchhändlern für die Buchreihe „Menschen und Orte“ erhebliche Schwierigkeiten, wie das Verlegerpaar freimütig erzählt.

 

Die broschürenartige schmale Ausführung der Buchreihe „Menschen und Orte“ erlaubte nicht die Herstellung eines bedruckten Buchrückens. Ihre Hefte wurden daher in den Regalen der Buchhändler von der Kundschaft kaum wahrgenommen. Für eine Liegend - Präsentation fehlt jedoch den meisten Händlern der Platz. Erst ein eigens entworfener Aufsteller sorgte für Abhilfe und damit für den Erfolg der Buchreihe.

 

Edition A. B. Fischer, Henry van de Velde in Weimar

| Brecht & Weigel in Buckow. 1948 kehrten Sie aus ihrem Exil zurück und wählten die DDR als Aufenthaltsort, da sie hier Unterstützung für ihre kritische Theaterarbeit erhofften. Doch der Parteiapperat kam mit dieser Art von Theater nicht zurecht. So wurde Buckow (Märkische Schweiz) zum Rückzugsort..

Edition A. B. Fischer, Henry van de Velde in Weimar, Textprobe

| Henry van de Velde in Weimar. Der Band beschreibt die schwierigen Jahre van de Veldes in Weimar am Vorabend des Ersten Weltkriegs und darüber hinaus. Hochwertiger,  geprägter Kartonumschlag, erlesene Fotos und ein fast schon poetisch zu nennender Text.

Edition A. B. Fischer, Brecht & Weigel in Buckow

| Die Aufwendige Gestaltung jedes einzelnen Bandes, das schwere Papier, die exzellenten Fotos, lassen den Aufwand erahnen, mit dem nicht nur die Reihe „Menschen und Orte“ hergestellt werden. Hier beispielhaft aus dem Band Henry van de Velde.

 


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 4 | Die Edition A·B·Fischer heute


Edition A. B. Fischer, Hermione von Preuschen, Lichtenrade

| Mit Spannung dieser Tage erwartet: Der Band über die zuletzt in der Lichtenrader Prinzessinenstraße lebende Hermione von Preuschen. Einst eine weithin bekannte Künstlerin, heute leider fast vergessen...

 

Edition A. B. Fischer, Menschen und Orte, Kalender 2020

| Demnächst erhältlich: Der Kalender „Menschen und Orte 2020“. Er zeigt die Schönsten Fotos jener Plätze, an dem einst viele namhafte Schriftsteller, Philosophen und Bühnenautoren lebten...

 

Das Verlagsprogramm der Edition A·B·Fischer umfasst heute neben einer weiteren Buchreihe, der „wegmarken“, auch Fotokalender und umfassende biographische Einzelwerke. Mithin ein vielfältiges und vor allem hochwertiges Verlagsprogramm, das als Ergänzung zu den Großverlagen verstanden werden will.

 

Da Franzi und ich auf Grund unserer Interessen viel lesen und hierdurch täglich Bücher unterschiedlichster Art in die Hand bekommen, wissen wir die Ausführung und Qualität jeder einzelnen Buchreihe des Verlags zu schätzen. Und wir warten gespannt auf den in Kürze zur Biographie der ab 1908 bis zu ihrem Tode in der Lichtenrader Prinzessinenstraße 14 lebenden Hermione von Preuschen (1854 – 1918) erscheinenden Band.

 

Denn zum Leben dieser interessanten, aber bislang kaum umfassend erforschten Persönlichkeit, welcher auch der Eingangs erwähnte „Salon Hermione“ des Lortzingclubs seinen Namen verdankt, hat Bernd Fischer bereits seit Jahrzehnten Materialien, Fotos und Zeitzeugenberichte zusammengetragen. Man darf gespannt sein. Für den, der mehr über den Verlag wissen will, sei die Internetseite der Edition A·B·Fischer empfohlen.

 


Edition A. B. Fischer, Hermione von Preuschen, Lichtenrade, Textprobe

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