Baudenkmal Lortzingclub?
Ein Clubhaus mit Geschichte. Teil 3
Topanker
kellergeschoss3
10 | Kellergeschoss
Garage. Waschküche
Auch das Kellergeschoß weist bis heute auf den Lebensstil seiner vormaligen Besitzer hin. Hierzu gehörte insbesondere die sich auf Kellerniveau befindende, für zwei Kraftfahrzeuge ausgelegte großzügige Garage, welche über eine Rampe von der Lortzingstraße aus erreichbar ist. Von der Garage gelangte man direkt in einen den gesamten Keller in voller Länge durchquerenden Flur, an dem sich die Treppe ins Erdgeschoss seitlich anschließt. Somit bestand ein bequemer und bei Regenwetter trockener Zugang von der Garage ins Haus. Auch das Garagendach hat eine Funktion: da die Garage auf Kellerniveau lag, diente das Dach als zusätzliche Erweiterung der vor der Gartenseite des Hauses verlaufenden Terrasse.
Eine großzügig bemessene Waschküche befand sich an der westlichen Gebäudeseite. Die Waschküche war entsprechend der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen sowie etwaiger Gäste dimensioniert. Erreichbar war die Waschküche über den Flur des Kellers sowie über eine separate Treppe an der westlichen Giebelseite des Hauses. Diese Treppe wurde irgendwann entfernt. Auf der Zeichnungen von 1959 ist an ihrer Stelle lediglich ein Lichtschacht eingezeichnet.
Luftschutzanlage. Heberanlage
Auf Grund entsprechender Verordnungen jener Zeit am Vorabend des Zweiten Weltkriegs erhielt das Gebäude einen Luftschutzkeller. Doch anders als die nachträglich in den Mietskasernen der Innenstadtviertel eingebauten Sparvarianten war dieser erheblich aufwendiger ausgeführt. Der gegenüber der Waschküche an der westlichen Gebäudeseite liegende Luftschutzkeller besaß zwei bei Bedarf entlang vorgegebener Nuten abzudichtende Stahldrucktüren, die so auch bei einem Angriff gegen eindringendes Gas schützten. Die Kellerfenster zu den Lichtschächten konnten im Ernstfall mit Stahlläden verschlossen werden. Einer dieser Läden befindet sich noch heute im geschlossenen Zustand am Kellerfenster der westlichen Giebelwand, da der dahinterliegende Lichtschacht dauerhaft verfüllt worden ist.
Für die Belastung der Kellerdecke wurden im Normalfall eine Traglast von 200 kg je qm angenommen. Für den Luftschutzkeller wurden jedoch für den Kriegsfall eine Trümmerlast aus den darüber liegenden zwei Vollgeschossen von 1000 kg je qm zuzüglich des Eigengewichts der Decke errechnet. Dies ergibt eine angenommene Belastung von 1660 kg je qm, dem die ausgeführte 15 cm starke Stahlbetondecke standhalten sollte. Die Stahltüren waren von der Fa. "Brüder Beyer Eisenbau" in Oberschöneweide geliefert worden. Dies geht auch aus der Kennnummer der "Reichsanstalt für Luftschutz" hervor (RL3 38/39), die sich auf der Türaußenseite befindet.
Da sich im Kellergeschoß auch Wasseranschlüsse für die Waschküche, der Heizungsanlage sowie einem Bad nebst Toilette befanden, musste natürlich auch für den Abfluss des Schmutzwassers gesorgt werden. Die Herausforderung war dabei das Niveau des Kellers, welches unterhalb der in den Straßen verlaufenden Abwasserleitungen liegt.
Aus diesem Grund installierte man eine elektrisch betriebene Hebeanlage, welche das Schmutzwasser bis auf die Höhe des Hauskastens beförderte (Als Hauskasten bezeichnet man den für Wartungsarbeiten zu öffnenden Anschlusspunkt vom Gebäude zur öffentlichen Abwasserleitung). Die Hebeanlage, zu der auch die Abwasserleitungen der darüberliegenden Etagen als zentralen Übergabepunkt zur öffentlichen Leitung führen, befindet sich in einem eigenen Raum unterhalb der Kellertreppe.
schwimmbecken10
11 | Das ehemalige Schwimmbecken
Eine Besonderheit stellte das im Garten befindliche Schwimmbecken dar, das sich im rechten Winkel zur Gartentrasse parallel zur Grundstücksgrenze erstreckte. Zwischen dem Schwimmbecken und dem Zaun zum Nachbargrundstück verlief ein 8,22 m breiter Geländestreifen, um so den entsprechenden Bauvorschriften zu genügen und das Becken von allen Seiten zugänglich zu machen. Das Becken selbst besaß eine Länge von 16,20 m und einer Breite von 6,22 m bei einer variierenden Tiefe zwischen 1,60 m und 1,27 m. Es bestand aus massiven Beton mit einer Abdeckung der Beckenränder aus Natursteinplatten. Zur Versorgung des Beckens mit Wasser befand sich im Kellerraum unmittelbar neben der Garage eine Wasserpumpe.
Leider wurde das Schwimmbecken 1991 wegen zu hoher Reparaturkosten von geschätzten 100000 DM geschlossen und im Anschluss beräumt. Dabei entfielen auch die beiden kleinen Umkleidekabinen aus Schilfmatten an der Terrasse. Heute erinnert nur noch ein kleiner Teich in der Achse des ehemaligen Schwimmbads am nördlichen Grundstücksende an diese für den Berliner Süden eigentlich bis heute unentbehrliche Einrichtung.
grundrisse5
12 | Fassaden- und Grundrisse
Bauzeichnungen des Architekten Heinrich Sander von 1938 sowie des Architekten Harry Grimmek von 1959 mit den jeweiligen Änderungen. Der seitliche Treppenabgang an der Giebelschmalseite wurde vermutlich nicht ausgeführt und auch die Umkleidekabinen auf der Gartenseite wurden in späteren Jahren entfernt.
garage6
13 | Die Garage
Für den Wagenpark der Familie stand eine geräumige Garage mit Abstellmöglichkeit für zwei Fahrzeuge zur Verfügung. Über die seitliche Eingangstür bestand ein direkter, durch die schmale, darüberliegende Terrasse entlang des Gebäudeostseite geschützter Zugang ins Wohnhaus. Über den Keller konnte dann die Halle erreicht werden.
1978 war jedoch die Garagendecke derart baufällig geworden, das eine Erneuerung unerlässlich geworden war. Für rund 15000 DM wurden die Arbeiten ausgeführt.













