Schiffsanleger Kottbusser Brücke und die Ankerklause

Schiffsanleger 
Kottbusser Brücke

und die Ankerklause


Schiffsanleger Kottbusser Brücke


und die Ankerklause

Topanker

Inhalt und Kapitelübersicht

Vorwort1

 1 | Ein Anruf und die Lösung eines alten Rätsels...


Text: Lutz Röhrig  Bild: Heinz Schmidt und Lutz Röhrig

Manchmal ist es ein Anruf, welcher die Lösung eines alten Rätsels bringt. Eines Tages erreichte mich ein Anruf. Sein Name, so stellte sich der Anrufer vor, sei Schmidt. Er sei auf den Artikel über den Schiffsanleger Kottbusser Brücke und dem zugehörigen Lokal "Ankerklause" aufmerksam gemacht worden - und auch auf die im Text gestellten Fragen. Nicht nur auf diese könne er als letzter noch lebender Nachkomme der Reederei "Otto Schmidt" Antwort geben...

 

Und so kam es zu einem äußerst spannenden Nachmittag bei Kaffee und von uns mitgebrachten Kuchen. Alte Fotos wurden gezeigt und viele, bislang kaum bekannte Dinge über die einst stadtbekannte Reederei Otto Schmidt erzählt. Denn die üblichen Quellen geben über die Reederei, trotz ihrer damaligen Bekanntheit, nur wenig Auskunft. Die Kehrseite: Der Artikel über den Schiffsanleger musste nun umfassend ergänzt und erweitert werden...

 

Und so beginnt die Geschichte des später an der Kottbusser Brücke errichteten Anlegers im Grunde bereits vor der Jahrhundertwende, als Otto Schmidt (15.4.1859-1916) und seine Frau Auguste (geb. Lange, 2.5.1868-1921) mit ihrem Kahn Obst und Gemüse nach Berlin brachten, das sie in einem eigens errichteten hölzernen Verkaufshäuschen am Rolandufer an der kurz zuvor fertiggestellten neuen steinernen Waisenbrücke (erbaut 1892-1894) gegenüber dem Märkischen Museum verkauften. 

 

Otto Schmidts Sohn, Otto jun. (25.9.1900-5.8.1966) begründete dann am 2. September 1920 die "Reederei Otto Schmidt", die er zusammen mit seinen beiden Brüdern Hans (20.3.1895-29.11.1954) und Paul (6.6.1889-20.9.1963) betrieb. Auch die neue Fahrgastanlegestelle lag nun am Rolandufer an der Waisenbrücke - das Häuschen der ehem. Obsthalle diente nun als Bier- und Wartehalle und zum Verkauf der Fahrkarten. Angeboten wurde aber für Fahrgäste und Passanten auch Milch und kleinere Suppen. 

| Schauen Sie genau hin. Eine im Grunde bekannte Ansicht der heute nicht mehr bestehenden Waisenbrücke, Aufgenommen etwa um 1900. Links im Hintergrund das im Krieg zerstörte Kaufhaus Neu-Köln mit seinem hohen Eckturm, daneben läge das hier nicht zu sehende Märkische Museum. Im Hintergrund rechts die Petrikirche. Doch für unsere Geschichte ist eher das kleine hölzerne Verkaufshäuschen  im Vordergrund mit der Aufschrift "Obst - Halle" interessant...

 

| Die nun im Zusammenhang mit der Aufnahme des Fahrgastbetriebs zu einer Bierhalle umgewandelte ehem. Obsthalle. Bei der Dame rechts soll es sich um Frau Auguste Schmidt handeln. Angesichts des Todesdatums muss das Foto daher unmittelbar nach Aufnahme des Fahrgastbetriebs entstanden sein.