Das ehemalige Restaurant und Kino "Tivoli"

Das Tempelhofer "Tivoli"

Restaurant, Kino und "Selfmade Näh- und Creative Store"

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Blick auf das heute als Selfmade - Creative Store genutzte Gebäude.

Das Tempelhofer "Tivoli"


Restaurant, Kino und "Selfmade" Näh- und Creative - Store

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Inhalt und Kapitelübersicht

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Vorgeschichte1

 1 | Vorgeschichte. Eine Fahrt nach Tempelhof


Text und Bild: Lutz Röhrig 

Irgendwie stoße ich immer wieder auf das Thema. Als meine Partnerin mir erklärte, dass sie unbedingt bei unserer nächsten Fahrt nach Tempelhof in das neue, vor erst wenigen Monaten eröffnete Stoff- und Nähzubehörgeschäft unweit des Hafens gehen würde, war klar, dass ich wieder an jene Zeit erinnert werden würde, in der ich einst meine ersten kaufmännischen Gehversuche unternommen hatte.

 

Doch es sollte, eher unverhofft, zugleich auch eine Fahrt in die Geschichte Tempelhofs werden - und mich an etwas zurückdenken lassen, dass ich eher durch Zufall vor vielen Jahren fotografiert hatte...

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store, Nähmaschinenregal.

| Ein Regal voller Erinnerungen an meine ersten kaufmännischen Gehversuche als Werksverkäufer einer bekannten deutschen Nähmaschinenmarke - auch wenn die im "Selfmade" Näh- und Crative - Store ausgestellten die eines anderen Herstellers sind...

 


Handelsweg2

 2 | Ein alter Handelsweg


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store. Gebäudefront.

| Der einstige Saalbau der Gastwirtschaft "Tivoli" wird heute, nach dem Auszug des Fitnessstudios, vom Näh- und Kreativshop "Selfmade" genutzt.

 

Es ist beinahe so wie in den alten Tagen, als sich reisende Kaufleute und städtische Ausflügler auf der alten Chaussee nach Dresden wieder zurück nach Berlin begaben: von Blankenfelde fährt man ab Mahlow ziemlich genau jenen alten Handelsweg entlang, der über Alt - Lichtenrade und Mariendorf schließlich nach Tempelhof und dann weiter nach Berlin führte - so wie wir an jenem Tag.

 

Und klar, wo sich derartige Ströme von Menschen bewegen, da gibt es damals wie heute auch Geschäfte, Gasthöfe und Vergnügungslokale, in denen durstige Reisende ebenso einkehrten konnten, wie vergnügungs- oder erholungssüchtige Berliner Ausflügler. Und letzteren musste in der einstigen Landgemeinde Tempelhof, die damals zum Kreis Teltow gehörte, schon etwas geboten werden angesichts der unweit entfernten Mariendorfer Konkurrenz mit weithin bekannten Namen wie etwa dem Restaurant der Familie Freiberg.

 

Und so geht eines der bemerkenswertesten Tempelhofer Gebäude auf jene Zeit zurück, als sich an der damaligen „Berliner Straße“, dem heutigen Tempelhofer Damm, ein Lokal an das andere reihte. Das in einem dieser ehemaligen Ausflugslokale ausgerechnet das neue Geschäft meiner Partnerin sein sollte, war jedoch auch für mich eine Überraschung. Zeit, einmal zu schauen, wer eigentlich und wann dieses Gebäude überhaupt errichtet hatte.

 


Gerting3

 3 | Der Restaurantbesitzer Hermann Gerting


Wer also von den Ausflüglern und Reisenden am alten Handelsweg nach Dresden profitieren wollte, der musste angesichts der Konkurrenz schon etwas Besonderes bieten. Ein Mann mit Erfahrung im Gaststättengewerbe war der

Restaurantbesitzer und Weinhändler Hermann Gerting, welcher in der Bergmannstraße 11 bereits eine Großdestille betrieb. Es erschien ihm offenbar als gute Idee, im unweit entfernten Tempelhof einen weiteren Restaurationsbetrieb großen Stils zu errichten.

 

Im März 1892 stellte er einen ersten Bauantrag zur Errichtung eines Eckhauses mit Restauration an der damaligen Berliner Straße Nr. 50 (dann Nr. 97, heute Tempelhofer Damm). Das Grundstück umfasste auch die letzten Hausnummern des Lankwitzer Wegs, der späteren Friedrich– Karl– Straße. Offenbar gab es im nachhinein einige Änderungen, denn dem ersten Bauantrag folgte ein zweiter im September 1892.

 

Doch Gerting hatte sich mit seinem Bauprojekt offenbar finanziell überhoben. 1893 musste er den begonnenen Rohbau wieder veräußern – an keinen geringeren als den Amtsbaumeister der Gemeinde Tempelhof, Paul Opitz, dem auch das von Gerting nur gepachtete Grundstück an der Berliner Straße 50 gehörte.

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Ansicht des Kinos in den 1930er Jahren.

| Blick auf das Gesamtensemble in den 1920er - 1930er Jahren. Der benachbarte ehem. Saalanbau wird, wie auf der Postkarte zu sehen, zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr als Gaststätte, sondern als Kino unter dem alten Namen "Tivoli" genutzt.

 


Opitz4

 4 | Amtsbaumeister Paul Opitz


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Blick in den Biergarten.

| Hauptattraktion war der große Biergarten, welcher sich hinter dem Saalgebäude erstreckte. Das Restaurant Tivoli wird zu diesem Zeitpunkt von H. Stein geführt.

 

Opitz, der sich zu diesem Zeitpunkt kaum über mangelnde Aufträge beklagen konnte und der auch Eigentümer der Nachbargrundstücke bis hin zur Berliner Straße 54 war (Opitz selbst wohnte in der Blumenthalstr. Nr. 8 in einem ihm ebenfalls gehörenden Wohnhaus), ließ den angefangenen Rohbau bis 1895 fertig stellen. Weitere Bauten von Opitz sind das noch heute erhalten gebliebene Eckhaus Albrechtstraße / Friedrich - Franz - Straße 6, das er 1903- 04 für den Architekten August Buch errichtete. 

 

Dem Eckhaus am heutigen Tempelhofer Damm schließt sich ein großer Saalbau an, welcher zur selben Zeit wie das Eckgebäude durch den Maurermeister C. Müller im Auftrag von Opitz errichtet worden war. Das Gebäude wurde bereits damals von zwei Flügelbauten eingefasst, von denen der linke, seinerzeit von einer Kuppel bekrönte den Haupteingang enthielt, während der rechte Anbau Teile der langgestreckten Kegelbahn aufnahm. Zusammen mit der aufwendigen Raumausstattung aus mit Stuck und Malereien versehenen Wand- und Deckenflächen entsprach der Saalbau damit ganz dem Bestreben, durch die aufwendige Gestaltung möglichst viele Gäste auf sich zu ziehen und so neben den bereits etablierten Etablissements bestehen zu können.  

 


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Der Tanzsaal mit Theaterbühne.

| Blick in den Saalbau um 1900. Der Saalanbau konnte nicht nur als Gastwirtschaft, sondern Dank des links zu sehenden, von roten Stoffdrapierungen gerahmten und von einem schweren Bühnenvorhang verschlossenen Podiums auch für Musikkonzerte und Theateraufführungen genutzt werden. In den hinter der Bestuhlung zu sehenden, bläulich wiedergegebenen Spiegelflächen reflektieren sich den auch heute noch andeutungsweise vorhandenen ehem. Logenbereich. Von dem im oberen Raumteil zu sehenden Wandmalereien sind heute noch Reste zu sehen. 

 

Kino5

 5 | Das Tivoli als Kino


Wann genau und in welcher Form die Umnutzung des Saalbaus zu einem Kino erfolgte, ist unklar. Gut möglich, das die oft zitierte Umgestaltung im Jahre 1911 eine eher provisorische Anpassung an das seinerzeit immer beliebter werdende Medium "Kino" darstellte.

 

Der große, tief in die Bausubstanz eingreifende Umbau zu einem vollwertigen Lichtspieltheater erfolgte jedoch erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs. 1920 wird der ehem. Saalbau durch dessen Besitzer, dem Likörfabrikanten Paul H. Wilke, für die Kino - Betreibergesellschaft Meyer-Weinholz & Werbslow grundlegend zu einem Lichtspieltheater mit 800 Sitzplätzen umgebaut. 

 

Paul Wilke setzt eine neue, parallel zur Straße verlaufende Bestuhlung in den Saal. Zudem wird die Zwischenwand zur Kegelbahn durchbrochen, um so Platz für den neuen Bühnenbereich zu erhalten, der von aufwendigen Profilen gerahmt wird. Die Logen werden entfernt und durch eine Wandelhalle ersetzt, die nun einen Übergang zum Foyer bildet. 

 

Die Wand- und Deckenflächen werden in ihrem üppigen Dekor reduziert und im Stil der Zeit versachlicht. Weitere Akzente setzt ein umlaufendes Lichtband, welches die gesamte Saalbeleuchtung übernimmt.

 

Auch der linke, zuvor bereits als Haupteingang genutzte Anbau des Saalgebäudes wird komplett im Stil der Zeit umgestaltet. Ein modernes Foyer mit Garderoben- und Kassenbereich entsteht, von dem man in die neue Wandelhalle gelangte. Um das Kino auch äußerlich stärker kenntlich zu machen, erhielt der Vorbau eine vorspringende Wandscheibe, welche den in Neonschrift ausgeführten Namenszug des Kinos trug. Die über den Eingangstüren mit ihrem Vordach liegende, fensterlose Fläche hingegen wird mit einer großformatigen Plakatfläche und einer auf dem Dach montierten, vorkragenden Beleuchtungsanlage versehen, um so auf die neuesten Kinofilme wie auch auf das Kino selbst aufmerksam zu machen.

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Fassadenfront des Kinos.

| Der linke, nun zum Eingangsbereich umgestaltete Anbau des ehem. Saalbaus. Angesichts der hier beworbenen Filme muss die Aufnahme bei Wiedereröffnung des Kinos 1949 endstanden sein. 

 


Nachkrieg6

 6 | Die Zeit nach dem Krieg bis zur Schließung des Kinos


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Blick in den Kinosaal.

| Der zum Kinosaal umgestaltete ehem. Saalbau 1949.

 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bleibt das Kino zunächst geschlossen. Eine Wiedereröffnung erfolgt erst nach dem Ende der Luftbrücke 1949. 1950 wird das Kino an Antonie Juhnke übergeben, deren Geschäfte Anne Gabrunas führte. Neben Filmen werden auf der vorhandenen Bühne auch Theater- und Varieté - Vorführungen den Zuschauern präsentiert. Ab 1957 können im Kino sogar CinemaScope – Filme gezeigt werden. In den 1960er Jahren, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Kinobetriebe hatten längst begonnen, kam es zum Zusammenschluss mit den Kurfürst - Lichtspielen, welche sich in dem markanten Eckhaus an der Berliner Straße und Dorfstraße (Heute Tempelhofer Damm Ecke Alt - Tempelhof) befanden.

 

Im Zusammenhang mit dem allgemeinen Kinosterben kam jedoch 1968 auch das Ende für das Tivoli. Wie so oft wurden die Räumlichkeiten durch eine Supermarktkette übernommen, die keine Rücksicht auf vorhandene Bausubstanz nahm. Rücksichtslos wurde die Raumhöhe durch eine eingezogene Gipskartondecke begrenzt. Der alte Saalbau verschwand nun fast vollständig hinter Anbauten, die man auf der freien Vorfläche an der Friedrich - Karl - Straße errichtete. Ein Ende also, das auch eines Tages das Aus für den alten, im Grunde bereits nachhaltig veränderten Saalbau bedeuten könnte. Doch es sollte anders kommen...

 


Kinoprospekt7

 7 | Ein Kinoprospekt des Tivoli von 1924


Ein altes Kinoprogramm der Tempelhofer Kinos "Tivoli" und "Kurfürst - Lichtspiele" aus dem Jahre 1924. Gezeigt wird in den "Kurfürst - Lichtspielen" an der Dorfstraße (heute Alt - Tempelhof) der 1924 erschienene 2-teilige Spielfilm "Helena", dessen 2. Teil auch inhaltlich beschrieben wird. Gleichfalls 1924 erschien der Film "Lord Reginalds Derbyritt", der im Tivoli für den August angekündigt wird.

 

Neben den damals gespielten Filmen ist aber auch das "Drumherum" des Prospektes, wie etwa die Werbung längst vergangener Geschäfte, interessant. So z. B. des "Kaufhauses Tempelhof" des jüd. Kaufmannes Edmund Elend, welches dieser zunächst als Ladengeschäft eröffnete. 1913 errichtete Elend dann an der heutigen Ecke Tempelhofer Damm / Kaiserin - Augusta - Straße ein neues großes Warenhaus, das in den 1930er Jahren unter dem Namen "Sera" zwangsarisiert wurde. Nach dem Krieg von Carl Walden weitergeführt, wird das Kaufhaus 1967 durch Karstadt übernommen.

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Kinoprogramm Seite 1.
Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Kinoprogramm Seite 2.

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Kinoprogramm Seite 3.
Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Kinoprogramm Seite 4.
Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Kinoprogramm Seite 5.
Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Kinoprogramm Seite 6.

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Kinoprogramm Seite 7.
Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Kinoprogramm Seite 8.

Das noch heute erhaltene  Wohn- und Geschäftshaus "Zum Kurfürst" an der heutigen Straßenecke Tempelhofer Damm / Alt - Tempelhof gab sowohl dem Restaurant und Café "Zum Kurfürst" als auch den "Kurfürst - Lichtspielen" seinen Namen. Es wurde 1911 - 1912 durch Carl und Emil Schneider an Stelle des für die Tempelhofer Dorfgeschichte bedeutsamen Gasthofes der Familie Kreideweiß errichtet. 

 

Der im Tivoli gezeigte Film "Im letzten Augenblick" von 1923 gehörte zu einer Reihe von ca. 40 national wie international höchst erfolgreichen "Stuart Weebs" - Kriminalfilmen, in denen der namensgebende Gentleman- Detektiv Stuart Weebs meist durch den Schauspieler Ernst Reicher verkörpert wird. Reicher schrieb auch einige der Drehbücher der "Stuart Weebs" - Filme und führte zudem Regie.

 

Gedruckt wurde das Kinoprospekt im Übrigen von der Mariendorfer Druckerei Franz Bärenwald, Chausseestraße (Mariendorfer Damm) 306.

 

 


Sanierung8

 8 | Abbruch für eine denkmalgerechte Sanierung


Über die Jahrzehnte diente der zusehends vernachlässigte alte Saalbau nun als Supermarktstandort - mit Imbiss etc. in den Flügelbauten. Die ursprünglich gelbe Farbgebung verblasste zu einem undefinierbaren Grau und nur noch bei genauem Hinschauen fielen die hohen Rundbogenfenster und die Zierelemente im oberen Bereich auf. Im Grunde schien es nur eine Frage der Zeit, bis hier Bagger Platz für einen Neubau schaffen würden. Eines Tages stand das Gebäude leer, der Supermarkt und die übrigen Geschäfte waren ausgezogen und meine schlimmsten Befürchtungen schienen nun angesichts der beginnenden Abbrucharbeiten wahr zu werden. Ich zog meine Kamera - sozusagen in einer letzten Geste des Abschiednehmens.

 

Doch statt dessen wird 2002 – 2003 das mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Gebäude in einem dem Ursprungszustand angenäherten Weise umgebaut. Das Mittelteil zwischen den beiden Vorbauten wird abgebrochen, die abgehangene Decke entfernt. Zudem erhält das Ensemble nun seinen leuchtend gelben Farbanstrich wieder und die Fenster werden erneuert. In dem ehem. Saalbau zog nun ein Sportstudio ein. Gern hätte ich mit meiner Kamera auch ins Innere des nun zu meiner Freude restaurierten Gebäudes geblickt, aber damals gab es meine Internetseite noch nicht...

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Restaurierung des Gebäudes.

| Der nachträglich eingefügte Mittelteil zwischen den beiden alten Anbauten wird abgebrochen. Im Saalbau selbst werden Decken und Wände für eine Restaurierung freigelegt und die durch den Supermarkt eingebaute Zwischendecke entfernt.

 


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Restaurierungsarbeiten und Abbruch von Nebenbauten.

| Abbrucharbeiten für die Restaurierung. Der ehem. Kinoeingang ist hier noch nahezu unverändert erhalten.

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store, Linker Seitenflügel.

| Der linke Seitenflügel nach der Restaurierung. Treppen und Eingangstüren aus der Zeit des Kinobetriebs sind verschwunden und länglichen Fenstern gewichen. Dahinter befindet sich heute das kleine Café von "Selfmade". 

 


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store. Historische Wandmalereien.

| Erhalten blieben im Inneren des ehem. Saalbaus auch zwei Wandfelder mit Bacchus - Motiven, wie sie für Gaststätten und Trinklokale einst typisch waren.

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store. Historische Wandmalereien II.

| Ebenso erhalten blieben der umlaufende, auf vorspringenden Pilastern ruhende Deckenfries.

 


Store9

 9 | Selfmade Näh- und Creativ- Store


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store. Foyer.

| Der ehem. Wandelgang mit seinen offenen Arkaden dient heute als Foyer.

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store. Blick in den Zentralbereich des Stores.

| Blick in den Zentralbereich des Stores. Die für den Supermarkt eingezogene Zwischendecke wurde bis auf die seitlichen Galerieflächen entfernt. Dadurch ist Höhe des Raumes wieder fast vollständig erlebbar.

 

Mit dem Auszug des Sportstudios und dem Umzug von „Stoff & Stil“ von der Landsberger Allee und dessen Wiedereröffnung am 30. Januar 2020 als „Selfmade“ Näh- und Creative - Store ist der geschichtsträchtige einstige Saalanbau jedoch heute wieder für jedermann erlebbar. 

 

Hinter „Selfmade“ stehen die Kinder Rikke, Michael und Alexander des Gründerehepaars Peter und Marianne Lerche. Das Ehepaar hatte sich zu Beginn der 1980er Jahre  in Herning / Dänemark zunächst auf den Aufkauf von Stoffresten der örtlichen Textilindustrie spezialisiert, die sie im eigenen Geschäft „Peters Resthal“ weiterverkauften.

 

Im Zuge der Expansion in Skandinavien und bald auch nach Hamburg wurden auch eigene Stoffe nach selbst entworfenen Design hergestellt und in den Filialen von „Stoff & Stil“, wie sich das Familienunternehmen nun nannte, vertrieben.

 

Stoffe, Zubehör und im Obergeschoss auch ein paar Nähmaschinen– ich fühlte mich im Selfmade Näh– und Creative - Store doch sehr an jene längst vergangenen Tage erinnert, in denen ich meine ersten kaufmännischen Erfahrungen als Werksverkäufer eines bekannten deutschen Nähmaschinenherstellers sammeln durfte.

 

Meine Partnerin begleitete ich daher gern und die Überraschung war groß, dass der Shop ausgerechnet in jenem Gebäude untergebracht war, dessen beginnende Restaurierung ich einst vor Jahren fotografieren konnte. Und um Fotos ging es mir auch jetzt. Gern führte mich auf meine Bitte hin die Geschäftsführerin durch ihren Shop, der mich auf Grund der ungewöhnlichen Architektur und der Großzügigkeit der gesamten Räumlichkeiten beeindruckte.

 

Im Store schien es auf 1400 qm wirklich alles zu geben, was man zum Nähen benötigt – Nähmaschinen inklusive. Aber auch Möbelbezugsstoffe, Wolle, Schnittmuster und DIY - Kurse sind im Angebot. Und wer bei soviel Auswahl eine Pause braucht - im Selfmade gibt es auch ein kleines Café.

 

Meine Partnerin hat nun endlich für sich und ihr Hobby einen neuen Traumort gefunden. Klar das "Selfmade" nun ganz oben auf der Liste unserer auch künftigen Ziele in Tempelhof steht. 

 


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store. Wolle und Nähzubehör.

| Egal ob Näh- oder Stricknadeln, Schrägband oder Wolle - es gibt nichts, was es für den kreativen Hobbyschneider nicht gibt. Und das alles in einem großzügigen und geschmackvoll dekorierten Ambiente.

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store. Blick in den Store.

| Blick von der Galerie auf die Zentralfläche des Stores. Rechts unten der zum Foyer umgestaltete ehem. Wandelgang des Kinos mit den geöffneten Arkaden. Im Hintergrund unter der Galerie der ehem. Bühnenbereich mit dem Wollsortiment. 

 


Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store. Café.

| Das kleine Café des Selfmade - Stores im ehem. Eingangsbereich des Kinos. Die schmalen Fenster reichen bis zum Boden - einst die Höhe, zu der vier Stufen von der Straße aus hinauf führten.

 

Das Tempelhofer Tivoli an der Friedrich - Karl - Straße. Selfmade - Creative Store. Eingangsbereich.

| Es ist angesichts der riesigen Auswahl für jeden Hobbynäher wirklich schwer, durch diese Türen wieder den Weg nach draußen zu finden - aber wir werden wiederkommen, ganz gewiss.

 



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