WSP 23 "Seeadler"


Das modernste Boot der Berliner Wasserschutzpolizei

Bild und Text: Lutz Röhrig 

Über 140 km schiffbare Wasserstraßen besitzt Berlin, die es im polizeidienstlichen Sinne zu überwachen und kontrollieren gilt. Die Aufgaben – von der Kriminalitätsbekämpfung bis hin zur Verhinderung der Fischwilderei - sind vielfältig und werden insbesondere Dank des touristischen Booms der Hauptstadt und des steigenden Personenschifffahrtsverkehr immer umfangreicher. Hinzu kommt, dass sich das Parlaments- und Regierungsviertel entlang der Spree erstreckt und insbesondere bei Staatsbesuchen auch von der Wasserseite aus gesichert werden muss. Viel Arbeit für Berlins Polizeibootflotte, die jedoch technisch als überaltert gilt.

 

Höchste Zeit also für Neuanschaffungen wie Berlins jüngstem Polizeiboot, der „Seeadler“ dessen Einsatzgebiet das Regierungsviertel ist und hier als „WSP 23“ ihren Dienst verrichtet. So war man dann auch mächtig stolz, als die „Seeadler“, welche das gleichnamige Vorgängerboot (eine Berliner Tradition) ablöst, nach einer viertägigen Überführungsfahrt im September 2015 von der in Lübeck ansässigen „Lübeck Yacht Trave Schiff GmbH“ endlich in Berlin eintraf.

Die WSP 23 "Seeadler" am Bahnhof Friedrichstraße. Schiff voraus liegen Reichstag und Regierungsviertel. Vor nun über zwei Jahrzehnten patrouillierten an dieser Stelle ganz andere Schiffe. An dem einstigen Grenzübergang erinnert der im Hintergrund sichtbare "Tränenpalast" und die darin befindliche Ausstellung. Auch ich habe viele Stunden beim durchlaufen der Kontrollen im hermetisch abgeschirmten "Grenzbahnhof Friedrichstraße" zubringen müssen, siehe den Artikel "Der Gang über die Grenze"



Hoffen wir, das die WSP 23 "Seeadler" bald dazu führen wird, auch die übrigen Boote der Berliner Wasserschutzpolizei zu erneuern. Die gesamte Berliner Polizeibootflotte gilt in weiten Teilen als überaltert.

Über 750.000 Euro hatte man sich das neue Boot kosten lassen – und musste feststellen, dass Wasser in den Innenraum eintrat. Ursache war eine defekte Wellenabdichtung, die auf Kosten der Werft ersetzt werden musste. Im Dezember konnte dann endlich die Taufe des neuen, 13,5 m langen und 3,8 m breiten Schiffes stattfinden, dessen Tiefgang angesichts der bedarfsweise zu durchfahrenden Kanäle lediglich 0,8 m beträgt.

 

Gemäß seiner Aufgabe, der Sicherung des Regierungsviertels

von der Wasserseite aus besitzt das Schiff am Heck eine hydraulische Bergungsplattform für Tauchereinsätze und der Rettung von Personen sowie einen Bootsdavit (Kran) für das Heben schwerer Gegenstände aus dem Wasser.

 

Mit seinem leistungsfähigen Side – Scan Sonargerät kann das Schiff ein dreidimensionales Bild des Gewässergrunds erstellen, was das Aufspüren von Gegenständen erheblich vereinfacht. Die zwei jeweils 169 kW leistenden Dieselmotoren des in Aluminium – Leichtbauweise erstellten Schiffs beschleunigen es auf 38 km/h.



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