Das Haus

Alt - Marienfelde Nr. 41



Das Haus Alt - Marienfelde Nr. 41


Inhalt und Kapitelübersicht



Ein neues Restaurant

im alten Haus



Bild und Text: Lutz Röhrig 

Auch in Alt - Marienfelde geraten die Dinge bisweilen in Fluss. Anlass, das neue Restaurant und die Geschichte des alten Schlächterhuses näher zu betrachten. Denn aus der „Alten Dorfaue“ ist mittlerweile das „Ristorante bel Villaggio“ geworden, was übersetzt "Restaurant zum schönen Dorf" bedeutet und am 15. September 2018 seine Türen öffnete. Franzi und ich gehörten eher zufällig zu den Eröffnungsgästen. Denn bislang war lediglich bekannt, dass die bisherige Gaststätte nicht mehr besteht.

 

So ließen wir es uns beide munden, lange Zeit ungestört durch weitere Gäste. Dabei hätte das neue Restaurant, das am kommenden Montag seinen regulären Geschäftsbetrieb aufnimmt, durchaus etwas Zulauf verdient. Franzis mexikanische Hühnerpfanne war lecker, und auch mein Rumpsteak war 1a. Die Bedienung war sehr aufmerksam. Und klar, am Anfang gab es für uns beide auf Kosten des Hauses zwei Gläser Sekt zur Begrüßung.




Das Wohnhaus des 

Schlächtermeisters Sydow



Damit blieb das Vorderhaus der 1898 bis 1899 für den Schlächtermeister August Sydow errichteten Hofanlage nicht lange ohne Nutzer. Sydow hatte seinerzeit durch den Maurermeister Nikolaus Andrzejewsk ein komplettes Ensemble für sein Gewerk errichten lassen, welches neben dem Vorderhaus und der hier im Erdgeschoss befindlichen Schlächterei samt Wohnung auch ein Wirtschaftsgebäude mit Kühlräumen, einen Eiskeller, Waschküche, Gesellenstube, Pferdeställe und , klar, auch ein Abortgebäude enthielt.

 

Die Hofanlage ist damit – neben den ansonsten hier vorhandenen Gutshöfen – das einzige Beispiel eines städtischen Handwerkerhauses, wie das Landesdenkmalamt schreibt. Die Staffelung der Hofanlage nach hinten in der Breite des Vordergebäudes sowie den fensterlosen Brandwänden zeigt, dass man mit weiteren Stadthäusern auch auf den Nachbargrundstücken rechnete – eine Entwicklung, die sich in Alt – Marienfelde jedoch nie einstellen sollte.

 

Der Fleischermeister bewohnte im Übrigen das große Dachgeschoss, was sich heute noch insbesondere auf der Rückseite des im Stil der französischen Neorenaissance gehaltenen Gebäudes ablesen lässt. Die umfangreichen Wirtschaftsgebäude im Hofbereich des Grundstückes werden heute durch die 1997 begründete Fleischerei H. Heise genutzt. Ein kleines, mittelständisches Unternehmen, das auch so manchen Imbiss in der Umgebung beliefert - wie etwa Claudia's & Jörg's Curry - Container.