Leonorenpark und "Berolinum"



Leonorenpark und "Berolinum"



I. Vorgeschichte

Bild und Text: Lutz Röhrig 

In der letzten Zeit stand der ansonsten kaum bekannte Leonorenpark in Lankwitz im Fokus des allgemeinen Interesses. Gegen die beabsichtigte Fällung des zum Teil über hundertjährigen Baumbestandes zugunsten von Flüchtlingsunterkünften hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet, die u. a. auch durch den Schauspieler Dieter Hallervorden Unterstützung fand. Dessen Film „Sein letztes Rennen“ war zum Teil im Park gedreht worden. Eine geschicktere Planung, so die Initiative, hätte beiden Zwecken – der Aufstellung von provisorischen Flüchtlingsunterkünften wie auch der Bewahrung des Baumbestandes - dienen können.

 

Leider nur in Nebensätzen erfährt man, dass dieser Park einst Teil des seinerzeit größten Kur- und Nervenheilsanatoriums auf dem Stadtgebiet des heutigen Berlins war. So wurden in der "Heil- und Pflegeanstalt Berolinum" nicht nur psychisch Beeinträchtigte und sog. "Morphinisten" therapiert, sondern auch Magen- und Darmleidende sowie Zucker- und Nierenkranke.

 

Das "Berolinum" war derart bedeutend, dass die zu diesem Zeitpunkt selbständige Gemeinde Lankwitz einen Großteil ihrer Steuereinnahmen aus dem Kur- und Anstaltsbetrieb erzielte. Mit Platz für 450 Männer und 50 Frauen, aufgeteilt in sieben Häusern und 4 Pavillons, war die „Heilanstalt Berolinum“ die seinerzeit Größte im Berliner Raum.

 

Untrennbar verbunden ist diese für Lankwitz und auch Berlin wichtige Einrichtung mit dem Schicksal ihres Begründers, des jüdischen Arztes Dr. James Fraenkel, an den noch heute eine Gedenktafel am ehem. Kurhaus erinnert…

Leonorenpark Berlin. Kurz vor

Doppelt abgezäunt und angesichts der Proteste schwer bewacht: der älteste Teil des einstigen Kurpark der Heil- und Pflegeanstalt Berolinum kurz vor der Fällung von 200 Bäumen am Montag, den 20. Februar 2017.

Ein anrührender, aber auch Hoffnung gebender Film über das Alter, dem Leben im Heim und der Würde des Menschen auch in seinem letzten Lebensabschnitt - gedreht im Leonorenpark, dem ehem. Kurpark des "Berolinum". Bravo Didi, bei mir hast Du in jedem Fall das Rennen schon gewonnen.



Grundriss Berolinum Lankwitz Berlin

Schematischer Grundrissplan des Berolinums

II. Die Gründung des Berolinums

James Fraenkel wurde 1859 im Oberschlesischem Rybnik als Sohn des Rabbiners Daniel Fraenkel und dessen Frau Julie Rosenstein, Tochter eines Berliner Rabbiners, geboren. Fraenkel hatte 11 Geschwister, darunter den in Berlin tätigen Architekten Max Fraenkel (1856–1926).

 

Nach Studium und Promotion beginnt James Fraenkel seine Ausbildung an der Mendelschen Privatheilanstalt in Pankow, wo er bis 1889 tätig ist. Bereits in dieser Heilanstalt lernte Fraenkel die ersten Ansätze einer modernen Psychiatrie kennen. Ansätze, die er gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Albert Oliven nun auch in der von beiden 1889 begründeten und am 1. April 1890 eröffneten privaten „Heil- und Pflegeanstalt Berolinum für Gemüts- und Nervenkranke" an der damaligen Lankwitzer Victoriastraße (seit 1937 "Leonorenstraße") umsetzen und vervollkommnen sollte.   

 

Die im Laufe der Zeit immer weiter ausgebauten Gebäude der Heilanstalt erstreckte sich schließlich von der Berliner- (seit 1897 Siemens-) straße ausgehend rechts und links der Leonorenstraße bis hin zur Calandrellistraße. Die heute noch erhaltenen Altbauten auf der nördlichen Seite der Leonorenstraße gehörten dabei zur ehemaligen Herrenabteilung, während auf der südlichen Straßenseite bis an die heutige Brucknerstraße (damals Lessingstraße) einst die im Krieg zerstörten Gebäude der Damenabteilung standen. Jenseits der Brucknerstraße bis an die Nicolaistraße (ehem. Luisenstraße) erstreckten sich die privaten Villengrundstücke von Dr. James Fraenkel und Dr. Albert Oliven.



III. Das Kurhaus

Architektonisch dominiert wird das Gelände des „Berolinum“ durch das heutzutage im auffälligen Gelb gehaltene ehem. „Offene Kurhaus für Rekonvaleszenten“ an der Ecke zur Siemensstraße und Leonorenstraße. 1907 und damit kurz vor Fertigstellung des Teltowkanals erbaut, enthielt das vom übrigen Gelände etwas separierte Kurhaus im Obergeschoss 20 mit Loggien und Balkonen ausgestattete Patientenzimmer. Im Erdgeschoss waren die Büros der gemeinsamen Anstalts- und Kurhausleitung, diverse Gesellschaftsräume sowie ein sog. „Mediko – Mechanisches Zimmer“ (für Bewegungsübungen mit Geräten) untergebracht.  Im Paterre befanden sich auch die Räumlichkeiten der Loge des Guttemplerordens, welcher sich speziell um Alkoholkranke kümmerte.

 

Das durch den Bruder von Dr. James Fraenkel , dem Architekten Max Fraenkel errichtete Kurhaus besaß fließend Wasser, elektrische Beleuchtung und eine Zentralheizung, was in der damaligen Zeit besonders herausgestellt wurde. Gleichzeitig mit dem Kurhaus entstanden von diesem über einen Wandelgang erreichbare Sportplätze, Kegelbahnen, Luft- und Sonnenbadplätze sowie ein großer, sich bis an den Teltowkanal erstreckender Kurpark - der heutige Leonorenpark.

 

1913 wurde das Gebäude erweitert, was die örtliche Presse auch genügend zu würdigen wusste. Die Heil- und Kuranstalt war derart bedeutend, dass sich auch der damalige Lankwitzer Bürgermeister Beyendorff es sich nicht nehmen ließ, zusammen mit weiteren Gemeindevertretern sowie Repräsentanten des Ärztevereins, das erweiterte Kurhaus nebst den modernisierten Außenanlagen persönlich zu eröffnen.

 

Das Kurhaus überstand, leicht verändert, die Zeit, wenn auch heute mit einer völlig anderer Nutzung durch die Justizverwaltung Berlins.

Das alte Kurhaus um 1910.Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/

Das ehem. Kurhaus 2017. Das Eingangsportal in der Umzäunung ist verschwunden, die Fassade geglättet.


Die Empfangshalle des Kurhaus um 1910.Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/

Eines der Zimmer im Kurhaus um 1910.Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/


Baderaum im Kurhaus um 1910.Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/

Baderaum im Kurhaus, Blick in die Gegenrichtung. Um 1910.Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/



Berolinum Lankwitz Berlin heute

Das "Haus für männliche Pensionäre" im Jahre 2017. Längst verschwunden ist die große Glasveranda, von der nur noch der mit rundbögigen Kellerfenstern versehene Sockel blieb (links).

IV. Das Haus für männliche Pensionäre

Unmittelbar neben dem Kurhaus liegt das ehem. „Haus für

männliche Pensionäre“: ein hohes, zweistöckiges Gebäude, das zu den ersten Bauten des Berolinums gehörte. Nach dessen Erweiterung im Jahre 1908 bot es Platz für insgesamt 70 männliche Patienten, denen nun komfortabel ausgestattete Gesellschafts- und Therapieräume zur Verfügung standen. Das Gebäude blieb bis heute erhalten.


Berolinum Lankwitz Herrenhaus Historisch

Das "Haus für männliche Pensionäre" um 1910. Damals noch mit großer Glasveranda.Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/

Berolinum Herrenhaus Berlin Lankwitz Aufhenthaltszimmer historisch

Der in der großen Glasveranda untergebrachte Gesellschaftsraum im "Haus für männliche Pensionäre" um 1910. Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/



V. Das Kommunal - Krankenhaus

In ähnlicher Stilistik wie das „Haus für Pensionäre“ ist das Gebäude „zur Behandlung von Kommunal- und Kassenpatienten“ gehalten, welche vom übrigen Anstaltsbetrieb mit seinen an ein besseres Publikum gerichteten Anlagen getrennt untergebracht waren. Immerhin standen nun auch den Kassenpatienten moderne therapeutische Einrichtungen zur Verfügung - was für die Zeit immer noch nicht selbstverständlich war.

 

Natürlich hatte man bei der Errichtung des Berolinums auch an die Anlage von Betriebsgebäuden gedacht. Diese befanden sich zwischen dem „Haus für männliche Pensionäre“ und dem Gebäude für "Kommunal- und Kassenpatienten. Zu Ihnen gehörte etwa die Werkstätte für Klempner, die Waschküche, eine Leichenhalle mit Obduktionsraum sowie die Anstaltsgärtnerei. 

 

Inzwischen (Dezember 2017) wurde das Gebäude des ehem. Kommunal- Krankenhauses leider abgebrochen.

Kommunal-Krankenhaus Lankwitz Berlin

Das Gebäude des Kommunal - Krankenhauses im Februar 2017.


Kommunal - Krankenhaus Lankwittz Berolinum historisch Alt

Das Kommunal - Krankenhaus um 1910. Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/

Kommunal- Krankenhaus Lankwitz heute

Das ehem. Kommunal - Krankenhaus im Februar 2017. Verschwunden sind die auf der historischen Aufnahme links noch zu sehende Holzveranda zwischen den Gebäudeflügeln sowie große Teile der Zierornamentik. Im Hintergrund das einstige "Haus für männliche Pensionäre".


Kommunal- Krankenhaus Lankwitz

Eine alte Postkarte des Kommunal - Krankenhauses. Im Hintergrund das ehem. "Haus für männliche Pensionäre". Auch bemerkenswert: der Hanomag 2/10 in Taxiausführung. Das Fahrzeug mit dem Spitznamen "Kommissbrot" war der erste deutsche Kleinwagen, welcher in Fließbandfertigung hergestellt wurde (Baujahre lediglich von 1925 bis 1928). Archiv Verfasser


Vier-Winde-Brunnen Lankwitz

Der von James Fraenkel einst gestiftete, vor kurzem restaurierte "Vier-Winde-Brunnen" vor dem Rathaus Lankwitz

VI. James Fraenkels öffentliches Engagement

Fraenkel wird durch den Erfolg seiner nach modernen Methoden arbeitenden, nicht um bloße Verwahrung der Patienten, sondern um tatsächliche Therapie bemühten Heilanstalt bald zum bedeutendsten Steuerzahler der damals noch selbständigen Gemeinde Lankwitz. Ein Umstand, der wohl 1910 auch seine Wahl in den Gemeinderat begünstigte. Hier wirkte er u. a. in den Ausschüssen für Verkehr, der Gesundheitskommission, dem Feuerlöschwesen und dem Ausschuss für Lankwitzer Unterhaltungsabende.

 

1911 wurde das neue Lankwitzer Rathaus in unmittelbarer Nähe des S- Bahnhofs und des Berolinums eingeweiht. Aus Dankbarkeit der Gemeinde gegenüber tätigte Fraenkel großzügige Spenden, die u. a. die Anschaffung des für das neue Rathaus benötigten Ratssilbers und des 1912 fertiggestellten "Vier- Winde- Brunnen“ zur Ausschmückung des Rathaus - Vorplatzes ermöglichten. Auch der Bau eines Lyzeums in Lankwitz geht auf eine Anregung Fraenkels als Gemeinderatsmitglied zurück. 

 

Trotz seiner vielen kommunalen Verpflichtungen, die Fraenkel neben seiner Tätigkeit als Inhaber der größten Klinik für Geistes- und Suchterkrankungen im Berliner Raum ausübte, war er zeitlebens in der jüdischen Gemeinde Steglitz engagiert. Nach dem Tode von Moses Wolfenstein im April 1907 nahm Fraenkel die Wahl zum Vorsteher der Synagoge in der Düppelstraße 41 an, was weitere Verpflichtungen mit sich brachte.

 

Fraenkel lebte mit seiner Frau Paula, geb. Barth, und seinen vier Kindern Juli, Resi, Hilda und Erich in der von seinem Bruder Max Fraenkel entworfenen Villa an der Siemensstraße Ecke Brucknerstraße. Hier traf er sich oft auch mit Mitgliedern der kommunistischen Partei wie Richard Sorge oder der Familie Idler. 



VII. Die Damenabteilung

1910 – dem Jahr der Wahl Fraenkels in den Gemeinderat - beginnt auch der Umbau des großen Haupthauses der zwischen Leonoren-, Siemens- und Lessingstraße liegenden Damenabteilung.

 

Das Haupthaus wird für die Aufnahme von Schwerkranken mit einer Wach- und Beobachtungsabteilung versehen. In einem Anbau entsteht zudem eine Isolierstation. Zwei weitere Villen waren den leichter erkrankten Damen sowie den Rekonvaleszentinnen vorbehalten. Eine vierte Villa enthält die Wohnung der Abteilungsärztin sowie die Wohnräume der Praktikantinnen. Ein weiteres Gebäude steht zudem jeweils als Wohnung für den Assistenzarzt, den Gärtner und den Inspektor zur Verfügung.

 

Mit Platz für 450 Männer und 50 Frauen, welche in 7 Häusern und 4 Pavillions untergebracht waren, ist die „Heilanstalt Berolinum“ nunmehr die seinerzeit größte dieser Art im Raum Berlin. Sämtliche Gebäude der Damenabteilung wurden während des schweren Bombenangriffs auf Lankwitz am 23. und 24. August 1943 zerstört. Ab 1960 entstanden auf dem Grundstücksteil Wohnungen. 

Berolinum Lankwitz Berlin Damenabteilung I

Das "Damenhaus I" um 1910. Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/


Berolininum Lankwitz Berlin Damenabteilung III

Das "Damenhaus II" um 1910. Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/

Berolinum Lankwitz Berlin Damenabteilung II

Das "Damenhaus III" um 1910. Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/


Eine seltene Ansicht der Gärtnerei der Kuranstalt. Dieses Gebäude wurden ebenfalls um 1910 errichtet.


Berolinum Lankwitz Pavillon

Einer der vier "Kranken - Pavillons" um 1910. Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/

IIX. Der Erste Weltkrieg

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs erging durch die Frau des Lankwitzer Bürgermeisters Klara Beyendorff sowie Paula Fraenkel, die miteinander befreundet waren, am 4. August 1914 ein Aufruf, dass sich diejenigen Mädchen und Frauen zu melden hätten, die "willens und geneigt seien", die Pflege von Verwundeten auf sich zu nehmen.  

 

James Freankel stellte große Teile seines Sanatoriums für die Pflege von Soldaten zur Verfügung und seine Töchter Resi, Hilda und Julie arbeiteten unentgeltlich als Schwestern zur Versorgung der vielen Verwundeten im Sanatorium. Fraenkels Frau kümmerte sich hingegen um die Angehörigen der verwundeten Soldaten. Fraenkels Töchter Resi und Paula erhielten 1917 für ihren Einsatz die Rote-Kreuz-Medaille, Paula Fraenkel und Clara Oliven (deren Mann den Ehrentitel "Geheimer Sanitätsrat" erhielt) ein Jahr später.



IX. Zwischenkriegszeit

Bald nach dem Ende des Krieges verpachten Fraenkel und Oliven das einstige Kurhaus und die sonstigen Gebäude der ehem. Männerabteilung an den "Verband der Krankenkassen Groß Berlin". Es entsteht das jüdische Krankenhaus Lankwitz, das nun auch über Abteilungen für Innere Medizin, der Chirurgie, der Neurologie und der Gynäkologie verfügt.

 

1921 werden die Gebäude, nach zähen Verhandlungen, endgültig an den "Verband der Krankenkassen von Groß-Berlin" verkauft. Lediglich die ursprüngliche Damenabteilung wird als "Berolinum" von Fraenkel weiterbetrieben.

Lankwitz Berolinum Pavillon Innenraum

Schlafsaal in einem der "Kranken - Pavillons" um 1910. Quelle: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, http://resolver.sub.uni-hamburg.de/



Leonorenpark eins

Der Kurpark heute. Umstritten, umzäunt, bewacht - und inzwischen seiner ältesten, hier noch von einem doppelten Zaun vom übrigen Gelände getrennten, Bäume beraubt.

X. Der Zweite Weltkrieg

Mit der Machtergreifung der Nazis verschlechtert sich die Situation jüdischer Mitbürger zusehend. Im Jüdischen Krankenhaus Lankwitz, der einstigen "Herrenabteilung" werden fast alle Ärzte entlassen. James Fraenkel ist hiervon allerdings nicht mehr direkt betroffen. Mittlerweile Pensionär, erkrankt er 1934 ernstlich und stirbt schließlich 1935. Seine Familie ist größtenteils bereits nach den USA und Israel ausgewandert, wo bis zum heutigen Tag Nachkommen leben. Fraenkels Kollege und Mitinhaber des Berolinum, Dr. Albert Oliven, verstarb bereits 1921.

 

Der Krankenhausbetrieb läuft indes bis 1940 unvermittelt fort, dann zieht eine Abteilung des Reichsarbeitsdienstes in die Gebäude des Jüdischen Krankenhauses - der ehemaligen Herrenabteilung des Berolinum. In der ehem. Damenabteilung wird eine Abteilung Fähnriche der Kriegsmarine untergebracht. Alle Gebäude werden während des schweren Luftangriffs auf Lankwitz am 23. und 24. August beschädigt, die der ehem. Damenabteilung gar komplett vernichtet. Letzteres trifft auch auf die Privatvillen von Dr. James Fraenkel und Dr. Albert Oliven zu. 



XI. Nachkriegszeit und Gegenwart

Neues Leben kehrt nach dem Ende des Krieges somit nur in das ehem. Jüdische Krankenhaus Lankwitz, welches vormals aus den Gebäuden der Herrenabteilung des Berolinums entstanden war, zurück. Dies allerdings bereits 1946. Ab 1952 wird das "Krankenhaus Lankwitz" in „Städtisches Krankenhaus Steglitz“ umbenannt.

 

1978 kommt jedoch das Ende für das "Städtische Krankenhaus Steglitz". Das "Krankenhaus Lankwitz" wird als Akutkrankenhaus geschlossen. Untergebracht werden in den alten Gebäuden nun chronisch kranke Patienten. Zum 1.7.1996 eröffnet hier das Pflegeheim „Haus Leonore“ als Abteilung des Auguste- Viktoria- Krankenhauses. Dabei sind neben dem Haus 1 (Neubau 1973 - 77) auch die älteren Gebäude noch in Gebrauch: Haus 2 (ehemaliges Kommunalkrankenhaus), Haus 3 (ehemaliges Haus der Pensionäre; Herrenhaus) und Haus 4 (Kurhaus Lankwitz; 1907). Das Haus 4 wird später ausgegliedert und dient heute der Justizverwaltung als Wohn- und Resozialisierungseinrichtung für erkrankte Häftlinge. 

Haus Leonore Lankwitz

Ein Transparent der Bürgerinitiative zur Rettung des alten Baumbestands des Leonorenparks.


Leonorenpark zwei

Am Montag danach. Die Bäume fielen innerhalb weniger Stunden.

Haus Leonore Lankwitz Zwei

Das 1973 - 1977 entstandene "Haus 1" des Pflegeheims "Haus Leonore"


Ende 2017 bis Angang 2018 wurde das Gebäude des ehem. Kommunalkrankenhauses abgebrochen.


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