Alte Chaussee nach Dresden / Bundesstraße 96

Die B96. Vom Halleschen Tor nach Dahlewitz

Die heutige B 96 ist Teil der alten Chaussee nach Dresden. Vom Halleschen Tor über den Mehringdamm, Tempelhofer, Mariendorfer und Kirchhainer Damm, der Stadt- und Landesgrenze, dem Roten Dudel, Mahlow, (Blankenfelde), Glasow und Dahlewitz. Mit allen auf der Strecke bereits porträtierten Läden, alten Ansichten und Bauwerken.


 


Die Gemeinde Blankenfelde - Mahlow

in alten Postkarten




 1 | Ortsteil Blankenfelde


Bild und Text: Lutz Röhrig 

Es ist ja für viele Berliner immer noch so - südlich von Lichtenrade beginnt die Terra incognita, die es mühsam zu entdecken gilt. So fährt man am Wochenende mit seinem Auto den Lichtenrader Damm entlang, bewaffnet mit Handy und Tablet zur digitalen Orientierung und einigen Stullenpaketen - wer weiß, wann man wieder etwas zu Essen bekommt.

 

Doch dann das Unerwartete: Am Kirchhainer Damm, da wo Berlin zu Ende ist, sieht man plötzlich vor sich eine gut ausgebaute Bundesstraße - soviel Modernität erschrickt, dann doch lieber schnell nach rechts. Man liest "Roter Dudel" am gelben Ortsschild. Seltsame Namensgebung. Doch gehört das ehemalige Grenzgebiet "Rote Dudel" bereits zu Mahlow, einem von fünf Ortsteilen der Gemeinde Blankenfelde - Mahlow, zu der neben Mahlow selbst und Blankenfelde auch Dahlewitz, Jühnsdorf und Groß Kienitz gehören. Und ja, es sei kurz zur Beruhigung angemerkt: es gibt einige ganz hervorragende Gaststätten und Imbisse vor Ort. Stullenpakete können also ganz beruhigt Zuhause gelassen werden. Blankenfelde - Mahlow ist eine liebens- und sehenswerte Gemeinde, wie jeder schnell feststellen wird.

 

In früheren Zeiten war Mahlow eine wichtige Station auf den Weg von Berlin über Cottbus nach Dresden. Seit dem 1. Oktober 1838 ist die Chaussee, die vom Berliner Kottbusser Tor über Tempelhof, Mariendorf, Lichtenrade und Mahlow führt, gepflastert. Das Gemeindebild Blankenfelde - Mahlows hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Blicken wir also mithilfe alter Postkarten zurück in die Vergangenheit. Die Sammlung wird ständig erweitert.

 

| Eine Aufnahme des damaligen "Karl-Marx-Platzes" (heute Brandenburger Platz) vor der Wende. Rechts, vor der Gemeindeverwaltung, steht noch die Figur der Gärtnerin, die sich heute neben der "Alten Aula" befindet. Der Blick geht zur Erich - Klausener - Straße. Postkarte Sammlung Röhrig.

 


| Das Schloß Blankenfelde diente während des Ersten Weltkriegs als Lazarett.

 

| Das Blankenfelder Schloß wurde nach dem Krieg aus politischen Gründen abgetragen. Mit dem so gewonnenen Steinmaterial wurde das zerstörte ehem. Gutsverwaltergebäude wieder aufgebaut und seitdem als Kulturzentrum genutzt. Im Kellergeschoß (wo heute eine sehenswerte Dauerausstellung über die Gagfah - Siedlung Blankenfelde untergebracht ist) blieben noch die alten Grundmauern des ehem. Gebäudes des Gutsverwalters erhalten. 

 

| Vom Schloß (das mit seiner Längsfront die Achse des Gutsverwalterhauses weiter fortführte  ) und dessen weitläufigen Parkgelände blieb nur noch die Toreinfahrt zum erhalten. Unter dem Namen "Alte Aula" ist das hier errichtete Kulturzentrum (siehe Bild links) inzwischen durch diverse Ausstellungen und Veranstaltungen, etwa über den Architekten Bruno Taut (Hufeisensiedlung Berlin, privates Wohnhaus Dahlewitz), siehe meine Berichte (Architektur) hierzu, weithin bekannt geworden.

 


| Karte der Erich - Klausener - Straße aus den 1970er Jahren. Noch besitzt die Straße Kopfsteinpflaster. Postkarte Sammlung Röhrig.

 

| Karte der Erich - Klausener - Straße aus den 1970er Jahren. Die Aufnahme zeigt die GAGFAH - Häuser zwischen Eichendorff- und Heinrich - Heine - Straße. Postkarte Sammlung Röhrig.

 


| Eine Aufnahme des damaligen "Karl-Marx-Platzes" (heute Brandenburger Platz) vor der Wende. Links, am Ende der ersten Häuserzeile, zweigt die Eichendorffstraße ab. Heute erhebt sich hier an Stelle der Bänke die "Grüne Passage". Postkarte Sammlung Röhrig.


 2 | Ortsteil Mahlow


| Eine Luftaufnahme, welche das "Prießnitzhaus" zum Zentrum hat. Links ist die Virchowstraße zu sehen, die auf die heutige, von links nach rechts verlaufende L76 führt. Leichtschräg dazu die nur durch die Bäume erkennbare Straße "Im Roten Dudel". Im Hintergrund der Berliner Stadtteil Lichtenrade. Postkarte Sammlung Röhrig.

 

| Der Platz am Bahnhof in Mahlow. Noch wird der Ort als Villenkolonie beworben. Postkarte Sammlung Röhrig.

 


| Die Mahlower Kirche aus dem 13. Jahrhundert im alten Dorfkern. Das Portal rechts erhielt 1924 ein Relief mit der Abbildung eines Soldaten, das an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnern soll. Postkarte Sammlung Röhrig.

 

| Links oben der alte Bahnhof in Mahlow. Deutlich zu sehen, dass das Bahnhofsgebäude im Grunde aus zwei Einzelgebäuden bestand, welche durch einen Mittelteil miteinander verbunden waren. Unten links ist die zugehörige Bahnhofswirtschaft zu sehen, oben rechts der Bahnhofsvorplatz und unten rechts das ehem. "Gloria - Filmtheater" in der Herbert- Tschäpe-Straße, in dem sich heute ein "Second - Hand" - Laden befindet... Postkarte Sammlung Röhrig.

 


| Das Schloss in Mahlow. Eigentlich 1947 auf Befehl der sowjetischen Administration zum Abbruch bestimmt, bestand der damalige Rat der Gemeinde jedoch darauf, das Gebäude als Berufsschule zu nutzen. Postkarte Sammlung Röhrig.

 

| Das einstige Schloß wurde für die Nutzung als Berufsschule derart radikal umgebaut, das es heute insbesondere an der Vorderfront kaum mehr als ehemaliges Herrenhaus erkennbar ist.

 

| Lediglich die Rückseite des Gebäudes lässt das ehem. Herrenhaus noch erahnen (siehe Aufnahmen unten). Die Berufsschule befand sich noch bis 1960 in diesem Gebäude, welches seitdem als Förderschule unter dem Namen "Schule Am Waldblick" genutzt wird.



 3 | Ortsteil Glasow


| Alt - Glasow auf einer Postkarte der Jahrhundertwende. Postkarte Sammlung Röhrig.



 4 | Ortsteil Dahlewitz


| Dahlewitz. Gaststätte Bahnhofsstraße. Das Gebäude ist noch erhalten. Postkarte Sammlung Röhrig.



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