Über mich und der Idee



Zeit für Berlin...

...und über mich selbst



| Ich, fotografiert von meiner Partnerin. Meinen Fragestellungen und Anmerkungen während der Kameraarbeit können sich selbst die "Politik" und die beiden Theaterdirektoren nicht entziehen. Die zufällig ins Bild geratene Zuschauerin hat leider das Nachsehen...

| Auch jemand, der sich meinem "Konfirmationsgeschenk" nicht entziehen konnte. Lang ist es her, das jener Herr im dunklen Anzug für einen kessen jungen Berliner zwangsläufig etwas Zeit haben musste...

…es ist für mich anrührend und bewegend, wenn ich durch die

Straßen meiner Stadt gehe und dabei entdecken muss, dass schon wieder eines jener Bauwerke dem Abbruch weichen muss, das bis vor Kurzem ob seines historischen Wertes noch unter Denkmalschutz stand oder für dessen Erhalt engagierte Berliner einst protestierten. Dass dieses Schicksal keineswegs nur irgendwelche Beliebigkeitsbauten in abgelegenen Nebenstraßen trifft, zeigt das Beispiel der beiden Bühnen der „Theater am Kurfürstendamm“.

 

Deren Tragödie hat in Berlin ein langes Vorspiel. So wurden ganze Straßenzüge meiner Kreuzberger Heimat in den 1960er -1980er abgebrochen

und durch Neubauten wie dem „Neuen Kreuzberger Zentrum“ (NKZ) ersetzt. Eine monströse Architektur, die mit ihren verschachtelten Gängen und der "robusten“ Fassadengestaltung das gesamte Umfeld negativ beeinflusst hat und zum Kriminalitätsschwerpunkt werden ließ.

 

Man muss sich das einmal vorstellen. Seine eigene Kindheit wird Haus für Haus entsorgt. Kunstvoller Stuck oder verschnörkelte Hauseingänge galten plötzlich als Ausdruck einer überholten Architekturauffassung, die es beinahe um jeden Preis zu beseitigen galt. Zugleich verschwanden mit den Häusern auch all jene Dinge, die man als Kind schätzte. Den Laden an der Ecke, in dem man so manche Mark seines Taschengeldes für Süßigkeiten oder Comic – Hefte ließ, das Spielwarengeschäft, in dessen Kellerräumlichkeiten sich die vielgeliebte Modellbahnabteilung befand, das Kino, in dem man einst  schüchtern die Hand seiner Angebeteten hielt… ach, die Liste jener Dinge ist riesengroß.

 

Nach dem ich schon die Kameras meiner Großmutter nutzen durfte, bekam ich dann aus Anlass meiner Konfirmation, die damals ja noch ein echtes Großereignis war, aus deren Anlass Familie, Bekannte und Freunde in kampfstarken Bataillonen aufmarschierte, meine erste wirklich moderne Kamera geschenkt. Mein Onkel hatte mein Interesse wahrgenommen. Nun gab es kein Halten mehr. Neben Onkel und Tanten wurde vor allem mein sich stetig vergrößerndes Umfeld fotografiert. Was gestern noch stand, konnte schließlich morgen nicht mehr da sein.

 

Mein Beruf, eher kaufmännisch intendiert, führte mir dann drastisch vor Augen, welch schweren Stand auch weltweit bekannte Familienunternehmen

haben können. So blieben mir aus jener Zeit meiner ersten Berufsjahre auch hier nur Erinnerungen. Längst sind die Filialen dieses Unternehmens in den Einkaufsstraßen unserer Stadt geschlossen, die Werke abgerissen. Allein der Name blieb – als Aufdruck anderer Eigentümer.

 

Kann man seine Erinnerungen wieder zurückbringen? Sicher nicht. Aber man kann das festhalten, was man heute sieht. Denn Morgen ist es – vielleicht – nicht mehr da. Bleiben Sie mir und meiner Leidenschaft für unsere im Wandel begriffene Stadt verbunden. Ein, zwei Klicks auf den „Newsletter – Button“ genügen…



Zeit für Berlin...

...und einer Architektur im Abbruch



Berlin ist eine Stadt im Wandel. Bauwerke, an denen wir jahrzehntelang vorbeigegangen sind, verschwinden urplötzlich -abgebrochen in nur wenigen Tagen. Dass sie eine interessante Geschichte zu erzählen gehabt hätten, erfahren wir meist erst posthum. Doch dann ist es zu spät...

| Mit den abgerissenen historischen Häusern der Kurfürstendamm - Theater verbindet sich -  mit der Berliner Secession unter Max Liebermann und den Theater - Architekten Oskar Kaufmann, der das Haus 1921 umbaute -  sowohl ein Stück bedeutender Kunst- als auch Architekturgeschichte, die nun auf den Müll der Bauschuttentsorgung gelandet ist...



Zeit für Berlin...

...und dem Laden an der Ecke



Viele kennen noch den kleinen Laden in ihrer Straße, in der sie aufgewachsen sind und den längst die Zeit mit sich nahm. Oder das ehedem bekannte Geschäft, über das auch schon einmal die Zeitung geschrieben hatte - und irgendwann verschwand. Doch dann ist es zu spät, um noch schnell ein paar Fragen nach der Geschichte des Ladens zu stellen oder gar Fotos zu machen für jene, die nach uns kommen und uns einmal fragen werden, was denn so besonderes war an jenem Geschäft, von dem wir aus unseren Erinnerungen erzählen. Und Bilder der Medien, sofern es sie gibt, sind längst nicht die eigenen, die eine ganz andere, ausführlichere Geschichte erzählen...

| Seit 1913 ist Musik-Bading in der heutigen Karl-Marx- Ecke Thomasstraße ansässig. Einst Fachhandel für Grammophone, dann Fachgeschäft für Fernseher und Schallplatten - und zuletzt für Musikinstrumente, Noten und Zubehör. Ein Brand am Silvesterabend 2017 zerstörte dieses einmalige Geschäft mit historischen Vorführräumen aus der Grammophon - Ära...



Zeit für Berlin...

...und dem kleinen Kino in der Straße



Vielen ist noch das Kino ein paar Querstraßen weiter in Erinnerung geblieben, in dem sie vielleicht einst ihr erstes Rendezvous hatten, und dass trotz Film - CDs, Blue-rays, Fernsehen oder Internet-Streaming die Zeiten überdauerte. Doch plötzlich findet man hier, statt nicht mehr ganz so neuer Hollywood - Filme nur noch allseits bekannte Textilketten oder Supermärkte. Bald kann sich niemand mehr erinnern, dass es je jenes heimelige Lichtspieltheater, in dem wir einst unsere erste große Liebe schüchtern geküsst hatten, überhaupt einmal gegeben hätte.

| Das Moviemento am Kottbusser Damm in Kreuzberg. Deutschlands ältestes noch in Betrieb befindliches Kino. Bis in die 1970er Jahre war der große, später in drei kleine Kinosäle aufgeteilte Saal noch durch die Leinwand geteilt. Hinter der Leinwand sahen die Zuschauer auf verbilligten Plätzen den hier für sie seitenverkehrten Film korrigiert durch einen Spiegel.



Zeit für Berlin...

...und all den liebenswerten Dingen



Für all die Läden, Kinos und so manchem, seit langem vertrauten Haus sollte man sich Zeit nehmen, ehe es zu spät ist. Für all jenes, das es zu entdecken gibt, ehe es - vielleicht - eines Tages unwiederbringlich verschwunden ist.  Zeit für Berlin - aber vor allem auch Zeit für uns: für unsere Erinnerungen, Erfahrungen. Für das Gestern oder vielleicht auch für das Heute, das es morgen so nicht mehr gibt...

| Der Schneider der Stars. Im Mai 2016 schloss Günter Adam sein Atelier, in dem er schon für Jack White, Harald Junke, Wolfgang Völz, Meret Becker oder Klaus Löwitsch Anzüge gearbeitet hatte, für immer sein Atelier in der Meinekestraße am Kurfürstendamm. 



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